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Irgendwo zwischen möglich und unmöglich.

Start by doing what’s necessary;
then do what’s possible;
and suddenly you are doing the impossible.

Francis of Assisi

Zuallererst möchte ich dieses eine loswerden: Ein Danke. Ein Danke für die vielen und vor allem klugen Nachrichten unter meinem letzten Beitrag. Nicht selten würde ich so manchen von euch mit feierlicher Miene und Fanfaren am Liebsten meinen Stift überreichen. „Übernimm du ab hier. “ Vielleicht noch ein paar dramatische Gesten dazu. Mindestens aber die Fanfaren. Also nochmal: Danke.

Bei mir ist gerade hinter den Kulissen sehr viel los. Foxografie ist dieses Jahr ein ganzes Stück gewachsen. Das macht mich unglaublich stolz. Während ich also von Shooting zu Shooting und von Hochzeit zu Hochzeit rase und versuche alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen, bleibt eines vor allem auf der Strecke: Freizeit. Familie. Freunde.  Freund.

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Irgendwie bemerke ich gerade erst jetzt die Tatsache, dass so viele wichtige Dinge in meinem Leben mit einem F beginnen.

Fotografie. Fuchs. Fernweh. Fommes.

Was hinter den Kulissen so läuft, fragt ihr euch vielleicht. Die meisten wissen es wahrscheinlich nicht, aber es ist so, dass ich gerade noch zwei Jobs habe. Einmal arbeite ich in einem Verlag und dann bin ich selbständig als Fotografin. Beides jonglierte ich die letzten zwei Jahr mehr oder weniger gut. In den letzten Monaten wohl eher weniger. Das Gefühl auf viel zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Sprichwörtlich. Zwei Vollzeitstellen. Geht das überhaupt?

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Ja das geht. Alles geht. Zumindest eine Zeit. Und diese Belastungsgrenzen spürt man nie beim Überschreiten. Sondern immer erst, wenn man laut krachend viele Kilometer danach über einen Stein gestolpert und voll auf die Fresse geflogen ist. (Entschuldigt die Wortwahl. ) Meist ist das nicht mal ein großer Stein. Schon ein Steinchen in der Größe eines Kieselsteins reicht vollkommen aus, das Gleichgewicht zu verlieren und zu fallen.

Doch ganz ehrlich? Ich bereue nichts. Weder verpasste Feiern, noch 90 Stunden Wochen, Schlafmangel oder die Tatsache, dass Sonntag für mich wie Montag ist.

Feiern. Frühstück. Filme. Fastell.

Aber noch ehrlicher: Das geht natürlich nicht ewig so. Ein Einkauf im Supermarkt ist für mich wie ein Abenteuer. Ein kurzer Gang in die Innenstadt im Moment wie ein dreiwöchiger Luxusurlaub.

Start by doing what’s necessary;
then do what’s possible;

Also starte ich ab August mein neues Abenteuer. Doing what’s possible.  Fokusieren auf Wichtiges. Trennung von Balast. And suddenly you are doing the impossible. Vielleicht. Warum auch nicht.

Fotografieren. Flugzeuge. Fantasie. Feilzeit.

IMG_2802-2IMG_2804-2IMG_2806-2IMG_2792-2IMG_2796-2Outfit

// Hose – Mango // Streifenshirt – Sheinside // Blazer – New Look (via Zalando) // Tasche – Fritzi aus Preußen // Schuhe – MJUS (via Zalando) //

 

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Outfit: Inspector Gadget und der rosa Trenchcoat

„Guten Morgen Inspector Gadget“.  So begrüßte mich meine Freundin als ich letzte Woche mit wehenden Trenchcoat das Kaffee betrat.
Für alle, die erstmal so wie ich nur Bahnhof verstehen: Inspector Gadget ist eine Kinderserie aus den frühen 80 iger Jahren. Die meisten hier werden höchstwahrscheinlich ruhigen Gewissens behaupten können, dass das vor ihrer Zeit war.

Und obwohl der Inspector Gadget Trenchcoat wirklich um ehrlich zu sein noch viel zu kalt ist, trage ich ihn nun bestimmt schon seit einer Woche durchgehend. Und ja, zu neunzig Prozent der Zeit war es nicht so wärm, wie ich es mir eventuell gewünscht hätte. Aber man kennt das ja. Da hat man dieses eine Teil – und man zieht es an, egal was passiert. Die neue Winterjacke wird auch bei noch 20 Grad im Schatten getragen. Egal, schwitzt man halt ein wenig. Dafür packt man dann eben ein handliches Deo für die Handtasche mit ein. Oder eben im Frühling. Wenn man morgens nicht selten noch die Scheibe vom Auto vom Frost befreien muss (im Inspector Gadget Trenchcoat), man aber dennoch einfach die Frühlingsjacke anziehen muss. Klar, für den Nachmittag war auf der I-Phone Wetterapp schließlich eine kleine Sonne abgebildet.

Eigentlich habe ich eine sehr lange Zeit einen großen Bogen um die überlangen Trenchoats gemacht. Weil ich zu klein bin. Und irgendwie fand‘ ich mich auch nicht cool genug für einen Inspector Trenchcoat. Aber der hier ist rosa. Und verdammt, ich dachte scheiß drauf. So klein sind 1 Meter und 63 Zentimeter nun auch wieder nicht.

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// Zartrosa Trenchcoat – ZARA // grauer Pullover – auch ZARA // graue Slimjeans – Mango // Lackstiefeletten – Drievhold via Zalando // schwarze Umhängetasche – Cocinelle (alt) // schwarzer Ledergürtel – Pieces //

 

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So zwischen dem Leben.

It was one of those March days when the sun shines hot
and the wind blows cold: when it is summer in the light,
and winter in the shade.

Charles Dickens

Ist es nicht verrückt, dass man sich da und weg gleichzeitig fühlen kann?
Ich sitze vor meinem PC und fühle mich gleichzeitig meilenweit entfernt. Als wäre das Jetzt irgendetwas Fremdes, das gar nicht richtig zu mir gehört. Die Füße berühren den Boden. Ich spüre den Pullover auf der Haut. Die Tasten unter meinen Fingerspitzen, die bei jedem Berühren ein dumpfes Klacken von sich geben. Ich fühle die warme Kaffeetasse in der Hand. Die kleine goldene Ringkette, mit der ich gedankenverloren spiele, während ich nach den richtigen Worten suche. All das spüre ich, aber eben nur verschwommen. Alles nur nebenbei. Minutenlang aus dem Fenster schauen. Oder nur an die graue Wand. Da sein, aber irgendwie nicht. Zwischen dem Leben eben.

Vorbei ziehen die Minuten und selbst das spürt man. Doch man kann sie nicht fassen. Nicht richtig genießen. Wie ein Kinogast im eigenem Leben. Weil hinter den Kulissen der Sturm tobt. Weil hinter dem Vorhang gerade mehr passiert als davor. Weil es diese Tage gibt, die einfach zu kurz für das sind, was man tun sollte. Weil das Popcorn fehlt. Und weil es diese Tage gibt, an denen man an  Aufgeben denkt. Nur mal kurz. Nur mal jetzt.

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Du schaffst das schon. Du machst aber auch zu viel. Du bist doch stark.
Ja, ja und ja. Ich schaffe das, ich weiß, es ist gerade viel und ja, ich bin stark. Ich weiß das. Nur fühle ich es gerade nicht – weil ich doch gerade gar nicht da bin. So ist das.  Zwischen dem Leben eben. Und bin ich nicht immer zurückgekommen? So war es bisher immer. Weil ich die Sekunden sonst vermisse, das Leben. Hinter dem Vorhang ist es dunkel – ein gutes Versteck zugegeben. Manchmal zu gut. Zu verlockend, wenn alles zu viel wird, zu laut, zu groß und zu furchteinflößend. Wenn der Bühnenboden plötzlich erschreckend zerbrechlich und unsicher erscheint.

Jeder sieht nur die Bühne. Das bunte Spektakel davor. Das ganze Chaos dahinter bleibt für die meisten verborgen hinter dem schweren Vorhang. So ist das. Das ist dieser Ort, der sich Zwischen dem Leben nennt. Hier und weg. Zwei Orte gleichzeitig in einem Moment. Vielleicht kannst du kurz vorbeikommen. Aber bring‘ Popcorn mit.

IMG_7981IMG_7923IMG_7952IMG_7947IMG_7970IMG_7949IMG_7941Outfit
// Wildlederrock – Mango // Pullover – Zara // Ankle Boots – Deichmann // Geldbeutel – Mango // Schal – Mango //