Archiv des Monats “Dezember 2015

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Weihnachten ist Kindheit für immer.

Christmas is doing a little something extra for someone.
Charles M. Schulz

Und jedes Jahr diese ganz besondere Zeit:  Weihnachten.
Es teilt die Menschen meist in zwei Lager auf – die einen sind froh, wenn es vorbei ist und das ganze Geglitzer wieder einem unaufgeregtem grau gewichen ist, die anderen hingegegen leben mindestens einen Monat (eher zwei) in exzessiver Vorfreude und klären Freunde und Bekannte täglich darüber auf, wie lange sie noch schlafen müssen bis das Christkind kommt. Und nein, die Rede ist nicht von Kindern.

Ich bin kein Kirchengänger. Im Gegenteil. Ich betrete sie eigentlich nur aus beruflichen Gründen. Aber Weihnachten ist Tradition. Auch wenn es eigentlich ein christliches Fest ist, so ist es doch vor allem eine Zeit, die man sehr bewusst wahrnimmt. Zugegeben, die Massen an Schokoladennikoläusen und Plastikrudolphs lassen sich auch nur schwer übersehen. Dennoch kann sich fast niemand dem Charme von selbstgemachten Weihnachtsplätzchen, heißem Glühwein, der einem direkt in den Kopf steigt oder Frank Sinatra widersetzen. Und warum auch. Es sind Dinge, die die Welt gut machen. Und wenn es nur für einen Monat ist. Egal. Weihnachten ist Tradition. Und ja, das Schenken nervt oft. Man findet nichts. Ist verzweifelt. Und dann hat man ausgerechnet den Monat auch irgendwie kein Geld. Die Aufgabe ungefähr so: Finde für 59 Leute kreative und ausgefallene Geschenke, die man brauchen kann für unter 15  Euro. Scheinbar unmöglich. Lieber gleich mit dem nächsten Lametta erhängen? Dann wäre es zumindest überstanden. Die Frühjahrsdiät erspart man sich somit auch schon mal. Aber irgendwie, da klappt es dann doch immer. Dann wird eben gebastelt und im Schweiße seines Angesichts etwas Persönliches zusammengeschustert. Das sind doch eh‘ immer die Dinge, die das größte Lächeln ins Gesicht zaubern. Nicht mal völlige Talentlosigkeit kann den Erfolg schmälern.

Aber eigentlich, ist Weihnachten so viel mehr: Hinter all den Glitzergirlanden, Lebkuchenmassen und Schokoweihnachtsmännern, fernab der überfüllten Weihnachtsmärkte und Einkaufsläden – da ist noch etwas ganz anderes. Etwas, das man nicht kaufen kann. Nicht sehen. Nicht anfassen. Es ist zusammen sein. An Weihnachten nimmt sich jeder Zeit. Keine Ausreden. Keine Termine. Und vollkommen egal, ob am Weihnachtsmorgen noch ein Eklat drohte, weil die Weihnachtsgans nicht mehr pünktlich ankommt, das Geschenkpapier alle ist oder die Eltern sich schwören, diesmal wirklich die Scheidung einzureichen. Am Abend ist es vorbei. Überstanden. Es ist Weihnachten. Tradition. Scheiß auf den Streit vom Morgen. Scheiß auf das Geschenkpapier.

Weihnachten ist zusammen sein. Und wenn man es zulässt, dann vergisst man, dass man nicht mehr 8 ist und aufgeregt im Zimmer auf das Christkind wartet, vergisst, dass man gezwungene Feste eigentlich nicht mag. Wenn man sich öffnet, nur ein winzig kleines Stück – dann fühlt man, was Heilig Abend wirklich ist: Es ist Kindheit für immer. Das ist das wirklich Heilige. Immer wieder 8 sein und aufgeregt auf das Christkind warten. Unbeschwertheit. Aufrichtige Freude. Und noch etwas ist Weihnachten. Es ist für die anderen. Nicht für einen selbst. Man setzt sich Mama zuliebe mit in die Kirche. Obwohl man es stinklangweilig findet. Man überlegt sich Geschenke. Für andere. Feiert zusammen. Der Familie wegen. Und beschenkt sich selbst damit am Meisten, ohne es zu bemerken.

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IMG_5933IMG_5918-2IMG_5925IMG_5936IMG_5929IMG_5939Outfit

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