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Costa Rica III – Der Süden. Endstation Nationalpark Corcovado

Das erste, das wir bemerkten, je weiter wir uns vom Nebelwald entfernten war: Es wurde wärmer. Tagsüber ist es immer sehr schön warm, allerdings wurde es im Norden nach Sonnenuntergang deutlich kühler und ein warmer Pullover für Abends auf jeden Fall wichtig. Und: Es gibt ja doch ganz passable Straßen. Aber dazu später mehr.
Wir tuckerten also mit unserem Minigeländewagen (= Fiat Alto) in Richtung der Hauptstadt San José. Eigentlich war der Plan, dort eine Nacht zu schlafen, dann ein wenig durch die Stadt  zu bummeln und danach weiter in Richtung Corcovado Nationalpark zu fahren. San José wird nicht gerade hoch gelobt wegen seiner Schönheit, doch wir waren dennoch bereit für einen kleinen Stadtrundgang.  Als wir jedoch nach wundervoller Ruhe im Regenwald dort ankamen und uns in einer einzigen Autoschlange Meter um Meter durch die verstaubten Straßen schoben, verwarfen wir diesen Plan schnell. Das Sightseeing fiel also aus und so war das Einzige, was wir von Costa Ricas Hauptstadt sahen, sehr viele Staus, ein mexikanischer Tacoladen (von innen natürlich) und unsere Unterkunft. Das hingegen war ein wahres Paradies inmitten all dem Staub, der Hitze und dem Lärm. Weiterlesen

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Mein Rückfall.

Es begab sich einmal vor ein paar Jahren – die meisten werden sich noch gut daran erinnern, da wurde die Leggings plötzlich ganz schrecklich en vogue. Ein strechiger Schlabberstoff – der nichts wirklich da hält, wo so manches besser gehalten werden sollte – trat seinen Siegeszug in die Kleiderschränke dieser Welt an.

Ich glaube, das war so ungefähr 2006. (Uh – ist das schon lange her) Und das weiß ich deswegen so genau, weil ich da auf Klassenfahrt in Spanien war. Und erstens vergisst man die Erlebnisse einer Klassenfahrt selten und zweitens trugen dort alle örtlichen Fashionistas Leggings. Vorzugsweise mit einer Short oder einem Minirock darüber. Damals hatte ich weder einen Blog, noch habe ich solche gelesen – ich kann also nicht sagen, ob man auf diesen nahenden Trend nicht schon früher hätte vorbereitet sein können. Wie auch immer. Es dauerte keine drei Monate, da hatten wir alle eine. Einschließlich mir. Und es verhält sich ja generell so, dass Dinge mit zunehmender Teilnehmerschaft immer mehr akzeptiert werden. Bis sie normal sind. Ganz egal, wie komisch das Oma am Anfang fand. In diesem Fall kommt der Bequemlichkeitsfaktor noch als schlagendes Argument hinzu. Weiterlesen

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Costa Rica II – Nicoya Halbinsel & im Monteverde Nationalpark

Müde kommen wir in Liberia an. Unsere Körper sagen, es ist 3 Uhr nachts, lass mich in Frieden. Die Zeitumstellung sagt uns – 6 Stunden schenke ich euch, Freunde. Also schleppen wir unser Hab und Gut mit letzter Kraft in unsere Unterkunft, begleiten eine Kakerlake sanft nach draußen und fallen kurze Zeit später wie zwei Steine in unser Bett.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Liberia lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein und so wollen wir lieber so schnell wie möglich ein Leihauto besorgen, um dann die kleine Halbinsel Nicoya im Nordwesten zu erkunden. Und erst da bemerke ich in meinem langen Strickcardigan, den ich mir wie aus Gewohnheit übergezogen habe wie warm es ist. Dieser Moment, wenn man im Februar das Gesicht in die Sonne halten kann, ist der Grund, warum es mich immer wieder um diese Zeit in die Ferne zieht. Selten kann ich mehr genießen. Und ich bin verdammt dankbar. Weiterlesen