Alle Artikel in der Kategorie “Wanderlust

Kommentare 13

Merhaba Istanbul!

 If one had but a single glance to give the world, one should gaze on Istanbul.
Alphonse de Lamartine

Mein Kind, solange du laufen kannst. Solange du nur ein klein wenig Geld beiseite legen kannst – dann reise. Zieh‘ in die Welt, lass deine Augen so viel verschiedene Wälder, Städte, Berge, Tiere, Menschen und Kulturen sehen, wie es nur irgendwie möglich ist. Solange du reisen kannst, reise.
Seitdem meine Oma mir diese Worte damals mit auf den Weg gab, sind ein paar Jahre vergangen. Und ich habe ihren Ratschlag befolgt. Wenn ich mir von dem wenigen Geld, das ich besaß, eine Reise leisten konnte, dann habe ich es getan. Es war nicht oft, aber das ist nicht so schlimm. Noch habe ich sehr sehr viele weiße Flecken auf der Landkarte. Genau genommen ist es eher eine Schneelandschaft. Doch das ist kein Wettbewerb. Wer war wie oft schon wo. Es geht nicht darum, wie oft du schon deine eigene sichere Welt verlassen hast, sondern wie viel du wieder mit zurück gebracht hast.

Morgen geht es also nach Istanbul. Fast 3000 Jahre alt. Rund 14 Millionen Einwohner. Und weil ein Kontinent nicht ausreichend war, liegt die Stadt gleich auf zweien. Es ist schon unglaublich, dass man heute noch in seinem Bett sitzt, den Reiseführer durchblättert und am nächsten Tag schon dort sein wird und alles mit eigenen Augen sehen kann. Hervorragende Reisebegleitung oder auch Lieblingsmann inklusive.

Ich bin schon unglaublich gespannt, will wissen, wie sich diese Stadt anfühlt. Wie sie riecht, wie sie sich anhört. Wie einem die Menschen dort begegnen. Irgendwie ist Türkei ja in Deutschland immer ein wenig präsent – aber wie ist es, wirklich dort zu sein und diese Kultur im eigenen Land kennenzulernen? Wer möchte, kann uns begleiten, zumindest in Bildern. Über Instagram (Foxografie ♥ )  teile ich unsere ersten Eindrücke und Erlebnisse.

Wer von euch war schon in Istanbul? Oder habt ihr noch ein paar Geheimtipps – was sollte man unbedingt mal gesehen haben  – und was lohnt sich gar nicht?

IMG_4015IMG_3960

cats2IMG_3983catsIMG_4022

IMG_3965

IMG_3973-2IMG_3985IMG_4013IMG_4029Today’s song: For those who want the world – The Sunday Promise
Bilder: Foxografie

Kommentare 29

Reise nach Skandinavien Part II

“Why do you go away? So that you can come back. So that you can see the place you came from with new eyes and extra colors. And the people there see you differently, too. Coming back to where you started is not the same as never leaving.”
― Terry Pratchett, A Hat Full of Sky

„Erwarte mal lieber keine kulinarischen Highlights,“ war eines der ersten Hinweise, die ich vom Lieblingsmann erhielt. Der übertreibt mal wieder, dachte ich mir. Was das Essen angeht, gehen unsere Tendenzen bisweilen ohnehin auseinander. Er der Gourmet, der dir zu jeder Tages – und Nachtzeit aus 2 Zutaten ein 5-Gängemenü zaubert. Ich eher Typ kulinarische Wildsau, die eine Portion Pommes mit Majo als vollwertige und hoch befriedigende Mahlzeit empfindet.

Aber nein, er hat nicht übertrieben. Alle paar Meter ein Burger King oder Mac Donalds, Pommes gibt es nicht nur mit Majo, sondern quasi nochmal Majo auf der Majo – sprich: Die Schweden haben ein Faible dafür, jegliche Nahrung in Soße zu ertränken. Es gibt alles aus der Tube und die Wurstabteilung im Supermarkt möchte ich wirklich lieber verdrängen. Während man hier in Deutschland die importierten Tomaten aus Spanien fast schon beschämt auf das Warenband legt und vegane Ernährung mehr eine Trendbewegung als eine Ernährungsmethode ist, sind die meisten schwedischen Lebensmittel ungefähr so weit von dem Biogütesiegel entfernt wie Britney Spears von ihrem Come Back. Dafür gibt es Zimtschnecken. Und die sind wirklich lecker. Ich meine, wie viel kann man im Voraus auch erwarten, wenn das Nationalgericht Fleischhackbällchen sind? Eben.

Aber ich glaube, Schweden liebt man aus anderen Gründen. Wegen der roten Häuschen mit den weißen Fenstern. Dem Platz. Pippi Langstrumpf. Der Landschaft. Elchen und vielen vielen Seen. Erst dann kommen die Köttbullar. Eigentlich ist Schweden gar nicht so besonders. Eher wie eine ruhig und langsam tickende alte Standuhr. Beruhigend. Wenn man eine Zeit lang einfach nur dasteht und dem beständigem Ticken des Zeigers zuhört, spürt man, wie sich der Puls Stück für Stück verlangsamt. Alles läuft ein wenig gelassener ab dort.

Und weil wir irgendwie noch nicht genug Skandinavien eingeatment hatten, haben wir auf dem Rückweg noch eine Extrastation hinzugefügt: Kopenhagen nämlich. Kopenhagen ist innerhalb eines halben Tages zu meinen Top 5 der Lieblingsstädten aufgestiegen. Eine Mischung aus Berlin und Hamburg. So bunt und überraschend wie Berlin, so entspannt und schön wie Hamburg. Dafür zahlt man dann eben auch mal gerne 20 Euro für einen Hamburger. Der im Übrigen fabelhaft geschmeckt hat.

Mein Fazit? Es gibt keines. Fahrt einfach selber hin – und macht eure Erfahrungen. Das sind ohnehin die einzigen, die zählen.

IMG_0312

IMG_0303-3IMG_0172cats8IMG_0181IMG_0235IMG_0261cats7IMG_0291

IMG_0274

IMG_0282IMG_0187IMG_0372IMG_0373IMG_0369K o p  e n h a g e n

IMG_0381

 

Könnte eigentlich auch Erlangen sein…

IMG_0376

cats12IMG_0378IMG_0388IMG_0390IMG_0392

IMG_0407

IMG_0408

 

 

Kommentare 36

Reise nach Skandinavien. Part I

“Travel makes one modest. You see what a tiny place you occupy in the world.”
― Gustave Flaubert

Nein, verdammt. Zeit hatte ich natürlich nicht für eine Reise. Aber man hat niemals Zeit für irgendwas, sondern man nimmt sie sich. So ist es doch. Wie von einem riesigem Stück Schokoladenbananentorte, von der man sich eben immer ein Stück abschneidet. Wenn man Lust hat versteht sich. Und dann saßen wir im Morgengrauen im Auto, mit verschlafenen Augen, großen Bechern Kaffee in den Händen, aufgeregt, glücklich, angespannt. Von allem ein bisschen.  Das Ziel ein großes rotes Haus in Schweden. Direkt an einem See und ein paar gefleckten Kühen als Nachbarn.

Aber eigentlich war das Ziel noch so viel mehr. Das Ziel war gemeinsam auf der Fahrt den Proviant essen,  feststellen, dass die Luftmatratze überhaupt nicht ins Zelt passt und der Zeltplan somit wieder ad acta gelegt war, der erste Blick auf das Meer, auf der Fähre nach Dänemark zusammen auf dem obersten Deck stehen und fast von Bord geweht werden. Das Ziel war billiger Tankstellenkaffee, zu viele Zimtschnecken im Bauch und Nächte am Lagerfeuer. Gut, das Ziel war nicht unbedingt die Blasenentzündung, die mich mittendrin erwischt hat, aber ein Tag in der Akutmottagning – der schwedischen Notaufnahme – war auf jeden Fall bisher noch ein fehlendes Puzzlesteinchen in meinem Lebenserfahrungsalbum.

Unterwegs zu sein, weg von der eigenen kleinen Welt, die einen sonst täglich umgibt. Mein Bäcker, bei dem ich mir morgens immer mein belegtes Brötchen hole, der Arbeitsplatz mit der gepunkteten Lieblingskaffeetasse, die eigene Wohnung mit all meinen Sachen. Mein geliebtes mintfarbenes Auto. Alles Dinge, die man braucht. Sagen wir uns. Ich klammere mich an Dinge, als wären sie ein Teil von mir – meine Kamera, mein altes Stofftier, die Lieblingskette. Das merke ich, wenn ich packen soll. Nehme viel zu viel mit. Unterwegs sein, bedeutet haltlos sein. Vielleicht auch freier, denn vieles, was wir uns als Stütze nehmen, engt uns gleichzeitig ein. Ich liebe mein Handy, arbeite sehr viel damit, doch dann habe ich es einfach nur genossen, es dort auf der Kommode die meiste Zeit liegen zu lassen. „Bin gut angekommen“. Das muss erstmal reichen. Sporadische Lebenszeichen für die Freunde. Früher ging das ja auch so. Erst hinterher merke ich, wie wenig ich von all den Dingen, die ich mitgeschleppt habe, eigentlich wirklich brauche.

Es war ein Abenteuer für mich, nicht nur, weil es meine Reise nach Skandinavien war. Sondern auch, weil es erst der zweite Urlaub mit ihm war. Dem Lieblingsmann. Ein Abenteuer mit insgesamt 14 Leuten – auch das ist eine neue Herausforderung. 14 Leute, gemeinsame Spieleabende und ein schwedischer Schnaps, der so eklig war, dass ich auf ewig einen großen Bogen um blaue Flaschen in Schweden machen werde. Nächtliches Saunieren und danach laut schreiend in den See springen. Feiern und lange ausschlafen. Lesen. Zusammenliegen und nichts tun, während der Regen an die Scheiben trommelt. Zusammen sein. Im Urlaub erstmal krank sein – auch typisch. All das waren meine ersten Tage in Schweden..wie es weiterging, erfahrt ihr im zweiten Teil.

Beim Bilder ansehen anmachen.

IMG_9914

Warten auf die Fähre in Puttgarden. Eine Geduldsprobe.

cats

Wenn man sich schon mal die Haare extra um halb fünf Uhr früh macht, dann nur, wenn man sicher sein kann, dass sie später wieder vom Wind ordentlich verwüstet werden.

IMG_9927

Die Öresundbrücke – auf der einen Seite Dänemark, auf der anderen Schweden.

IMG_9937

IMG_9939

Am ersten Abend eine große Willkommensfeier. Mit frischen Garnelen – und bereits erwähnten
Schnaps.

IMG_9948
Das Saunahäuschen. Typisch rot mit weißen Festern. Und alles direkt am See. Das vermisse ich wirklich gerade ein wenig, wenn ich aus meiner nürnberger Stadtwohnung auf den Betonklotz gegenüber schaue.

cats2

IMG_9994IMG_9999IMG_0020cats3IMG_0031IMG_0073

IMG_0204

IMG_0110Gemeinsames Abschiedsessen. Nach 5 Tagen wurde die Gruppe kleiner. Aus 14 wurden 6.

IMG_0112

cats4

IMG_0121

IMG_0136

Neue Lieblingskaffeetasse. Reisen macht flexibel.

cats5

IMG_0129cats6IMG_0169