Alle Artikel in der Kategorie “Was für’s ♥

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Christmas, children, is not a date. It is a state of mind.

Soeben habe ich mir meinen Weihnachtsbeitrag vor genau einem Jahr durchgelesen. Ich befand mich damals an genau der selben Stelle: Zuhause bei meinen Eltern, im Kinderzimmer auf dem Bett meines kleinen Bruders. Letztes Jahr die Cars Bettwäsche. Dieses Jahr Leopardenfamilie in Flanell. So sitze ich also ein Jahr später im Schneidersitz mit dem Laptop auf den nackten Beinen und grinse über meine eigenen Worte.

Meine Hassliebe zu Weihnachten hat sich in der Tat nur geringfügig verändert. Obwohl ich es dieses Jahr doch eigentlich besser machen wollte. Und das habe ich auch. Eigentlich. Die ersten Geschenke hatte ich schon im November beisammen – plus einige Ideen (worauf ich furchtbar stolz war) und daher war ich mir doch so ziemlich sicher, dass ich den Weihnachtsstress dieses Mal mit einer gekonnten Pirouette umfahren würde. Doch irgendwie gab es auf den letzten Metern ein paar Stolperfallen: Die letzten drei Ideen, die sich einfach nicht finden lassen wollten. Ein Weihnachtsessen mit Freunden, dass dann irgendwie doch kein richtiges wurde. Hier ein wenig Enttäuschung. Dort ein wenig Zeitdruck. Kratzer im vormals blank polierten Eis.  Und schon liegt man am Boden. Wie schnell man sich doch aus der Bahn werfen lässt. Findet Lametta oberkitschig, den Glühwein zu süß und den ganzen Geschenkewahnsinn einfach nur beschissen. Weiterlesen

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Ein irgendwas für jeden!

Sonntagmorgen. Das Handydisplay zeigt eine eigentlich viel zu frühe Uhrzeit an. Aber die Sehnsucht treibt mich raus aus dem warmen Bett. Mit nackten Füßen tapse ich über die kühle Treppe nach unten. Etwas zieht mich nach unten. Etwas wartet dort auf mich.

Ein wenig Anklage spüre ich schon auf mir.  31 Tage genau ist es her. Der letzte Blogbeitrag. Gefühlt wie einmal nach Narnia und zurück und gleichzeitig wie ein Wimpernschlag. Mein Blog wartet auf mich. Hoffe ich zumindest.  In den letzten zwei Jahren hat sich bei mir einiges stark verändert. Ich habe unglaublich viel Zeit in meinen Blog investiert. Beruflich war ich unglücklich und nicht ausgelastet. Also habe mir selber Arbeit geschafften. Der Blog wurde meine Arbeit. Essen kaufen konnte ich mir zwar davon nicht, aber dafür ertippte ich mir mit jedem einzelnen Eintrag mehr Zufriedenheit. Da passierte etwas. Neue Leser. Feedback. Meinungsaustausch. Interesse. Mein erstes Baby.

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Die Fotografie war bis dahin ein geliebtes Hobby. Nicht mehr. Ich glaube, ich habe es nicht einmal wirklich ernst genommen. Und mich wahrscheinlich am Allerwenigsten. Es war eben dieses andere zweite Baby. Aber eben nur für mich ganz alleine. Es tat mir gut, mit meiner Kamera umherzuziehen. Sie war mein ständiger Begleiter und ich glaube, ich hatte sie sogar um den Hals baumeln, wenn ich bei Aldi neues Toilettenpapier gekauft habe. Man weiß ja nie. Wie eine Selbstbeschäftigungstherapie habe ich meinen unruhigen Geist einfach ohne es zu merken immer mehr Beschäftigung gegeben. Und bin immer weiter reingerutscht – auch das ohne es zu merken. Man merkt so wenig von der Welt und sich selber. Werden wir irgendwann so klug sein und die Dinge vorher erkennen oder ändert sich unser Erkennen einfach nur gleichzeitig mit der Zeit?

Doch es hat nicht lange gedauert. Da wollte ich meine Aufnahmen nicht mehr nur für mich machen. Ich wollte sie für andere machen. Ein Porträt von einem Menschen und diesen glücklichen oder auch verwunderten Gesichtsausdruck zu sehen. Manchmal auch Enttäuschung. So sehe ich wirklich aus? Das bin ich? Das war es. Kein Selfie mit dem Handy. Ein echtes Porträt. Echte Fotografie. Das war es.
Raus aus meinem Schneckenhaus. Raus. Und so begann meine neue Lehrreise. Bis heute. Wahrscheinlich auch noch die nächsten Jahre. Doch das ist ok, die Richtung stimmt schon mal grob. Sage ich jetzt zumindest. Aber ihr wisst ja, dieses Erkennen ist so verdammt listig. Wer weiß, was ich in zwei Jahren erzähle.

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Ich denke, das war der Moment, in dem ich Fotografin werden wollte. Natürlich war mein Kopf zu dem Zeitpunkt noch Lichtjahre davon entfernt das zu wissen. Ja man braucht Geduld im Leben. So vieles klärt sich dann eben doch hinterher. Aber ich mochte ohnehin die Bücher und Filme schon immer am Liebsten, die sich erst ganz zum Schluss aufgeklärt haben. Wenn dieser Aha-Moment kommt. Hat bei mir schon immer den größten Eindruck hinterlassen.

Und so wuchs mein Baby die letzten 3 Jahre. Im ersten ganz langsam, im zweiten, da bekam ich eine Vorstellung davon, dass ich das schaffen könnte. Und im dritten Jahr, da weiß ich: Es gibt sonst einfach nichts, was ich kann.  Hinter nichts stehe ich so sehr, wie hinter der Wichtigkeit von Fotografie. Ich liebe es inzwischen sagen zu können, dass ich einen handwerklichen Beruf ausübe (Zu so etwas wird man mit einem bayerischen Abitur nicht erzogen).
Wenn es für mich einen wirklich großen Aha Moment gab (und das war genau genommen erst vor kurzem), dann weiß ich jetzt, was eines der wichtigsten und befriedigensten Arbeiten ist: Nämlich die, die man sieht. Abends hinter sich zu blicken und zu sehen, was man geschafft hat. Die unglücklichste Zeit meines Lebens hatte ich, als ich Tag für Tag aus einem Büro herauslief (eher rannte ich) und mir dachte, was zum Teufel ich eigentlich gemacht habe. Außer Unmengen Kaffee zu trinken, übermäßig oft auf die Toilette zu gehen, Facebookbenachrichtungen zu lesen (die mich nicht wirklich interessiert haben) und meine Arbeit unnötig in die Länge zu ziehen, um die vorgeschriebenen 8 Stunden voll zu kriegen.

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Allerdings. So viel Ehrlichkeit muss sein. Ich arbeite jetzt deutlich mehr. Sehr viel mehr. Aber ich weiß wofür und das ist der Unterschied.
Und genau das ist auch die Moral von dieser kleinen Sonntagsgeschichte.
Wenn man das überhaupt so nennen darf.  Und das ist die Suche nach etwas, was einen wirklich wirklich glücklich macht. Wenn ihr euch entscheiden müsst, zwischen genau dieser Sache und einer Runde auf der Couch liegen, der neusten Folge Gossip Girl, der neuen Eissommersorte von Häagen Dasz oder was auch immer. Dann muss sie auf Ersteres fallen. Nicht immer. Aber verdammt oft. Es ist vollkommen egal, ob ihr damit nun wirklich auch eure Miete bezahlen könnt oder es einfach nur für euch macht. Doch irgendwas muss jeder im Leben haben. Eben dieses Irgendwas. Es gibt dafür keinen besseren Namen. Zumindest gerade. Aber fragt mich doch nochmal in 3 Jahren.

Und Mama fühlt sich auch deutlich entspannter, nachdem sie ihr Gewissen nun endlich etwas bereinigen konnte.

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IMG_2212IMG_2201Outfit
// Trenchcoat apricot – Sheinside // graue Röhrenjeans – Mango // hellgraue Wildlederstiefeletten – Deichmann (alt) // beiger Grobstrickpullover – H&M (alt) // Umhängetasche silber – Fritzi aus Preußen (via Zalando) //

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Goodbye 2015. Es war fabelhaft.

All of us every single year, we’re a different person. I don’t think we’re the same person all our lives.
Steven Spielberg

Es ist der 31. Dezember 2015. Überall wird abgerechnet. Revue passiert. Ein Blick zurück. Was war. Um sich dann die Frage zu stellen: War das was war gut? Und wie wohl fast immer im Leben, kommt man zu dem Schluss, dass es so mittendrin war. Vieles war mies, einiges katasprophal, verdammt viel fancy. Eben dann doch diese graue Masse dazwischen.
Und wie war es jetzt. So für mich persönlich. Mein ganz eigenes Jahr 2015? Was ist mein Fazit aus diesen vergangenen 12 Monaten.

Es waren wilde Monate. Vollgepackt mit Ereignissen. Vielen Reisen. Dank meinem Lieblingsmann – denn so oft war ich noch nie zuvor unterwegs. Dieses Jahr habe ich so viele neue Orte kennenlernen dürfen, dass der Platz hier nicht ausreichen würde, um all diese Eindrücke zu schildern. Berlin,Gran Canaria, Fuerteventura, Chiemsee, Schweden, Kopenhagen, Istanbul – schon bald wird wieder gepackt. Und ich bin aufgeregt.
Ich habe fotografiert. Viel fotografiert. Bin gewachsen, habe viel gelernt – vor allem, über das, was ich wirklich liebe.

2015 war ein Jahr mit vielen Haarfarben und Frisuren. Braun lang, lang rot, rot kurz, kupfer, hellbraun, dunkelbraun. Würde jemand meine Färbeversuche auf meine Psyche übertragen und deuten, würde diese Person wohl sagen, dass ich noch auf der Suche nach mir selbst bin. Nicht angekommen bin.

Und wisst ihr was, verdammt richtig. Ich suche mich jeden Tag. An manchen Tagen finde ich mich. An anderen nicht. Und wie Steven Spielberg schreibt, ist dies wohl ohnehin ein unendliches Suchen und Finden. Weil wir uns permanent verändern. Nie die selbe Person bleiben. Wir wachsen, bekommen Macken, verändern uns und sind wie Nebelschleier an einem Herbstmorgen. Sie ziehen umher, verändern ihre Form, mal so mal so. Nebelschleier bleiben sie natürlich die ganze Zeit. Nur eben immer ein wenig anders.

Wie mein 2015 also war? Es war ein Jahr. In unserer Zeitrechnung. Ich habe mich verändert. Bin nicht angekommen. Und will es auch niemals.

1Im Januar ging die erste Reise los. Eine Tour durch die Kanarischen Inseln. Eigentlich sehr touristisch, doch wir wurden eines besseren belehrt: Mit Air BnB zu Hause bei Einheimischen auf Fuerteventura und in einer abgelegenen Dorffinca auf Gran Canaria waren diese zwei Wochen überraschend anders, einsam und besonders.

23Im März musste es mal wieder sein. Neue Haarfarbe. Und die Hochzeitssaison ging dieses Jahr relativ früh los. Dieses Jahr kam ich auch zum ersten Mal wirklich ins Schwitzen mit den Hochzeiten, was mich einerseits unglaublich glücklich gemacht hat, aber auch teilweise an den Rande meiner Kräfte gebracht hat.

4.245.2567.17Mein Juli hätte auch problemlos zwei Monate füllen können. Ein Spontanurlaub mit Freunden nach Schweden. Mit dem Lieblingmann weiter nach Dänemark. Berlin. Und zwischendrin: Bilder bearbeiten, Bilder bearbeiten, Bilder bearbeiten…Ein Monat mit kurzen Nächten, viel Wein, viel Sonne, einer Blasenentzündung, Unmengen Arbeit und unglaublich viel Spaß.

Das einzige, was mich traurig gemacht hat ist, dass der Blog immer der erste ist, der in stressigen Zeiten vernachlässigt wird. Ich hoffe, ihr verzeiht mir das und freut euch dennoch über meine Beiträge. Auch wenn sie seltener kommen.

7.28.1Ach und Haare ab. Haare ab war auch noch.

8.28Im August stand das nächste Highlight an. Chiemsee Festival. Mit Wohnwagen, Freunden und Blumenschmuck im Haar waren wir ein Wochenende lang feiern. Fazit: Ich liebe Wohnwägen. Und Festival. Und einen Ort gefunden zu haben, an dem man sich tonnenweise Blumen ins Haar packen kann ohne blöd angesehen zu werden.

9Liebster Monat. Geburtstagsmonat. Letzte Hochzeit. Neue Haarfarbe. Genau genommen ist meine unbeständigkeit in ihrer unbeständigkeit fast schon wieder beständig.

9.110Nein, ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Herumgereise. Im Oktober erfüllte sich mein Geburtstagsgeschenk: Ein Wochenende in Istanbul. Keine Worte könnten dieses Wochenende beschreiben. So verrückt, bunt und fabelhaft. Ich kann nur sagen: MACHT ES AUCH.

10.110.210.311Fast schon ruhig könnte man den November nennen. Deswegen musste da eben auch zumindest eine neue Farbe her. Das goldbraun habe ich eingetauscht gegen ein dunkleres mit helleren Strähnen in den Spitzen. Jetzt bin ich doch wirklich zum Ende des Jahres bei meiner Naturhaarfarbe gelandet.

12Ich liebe den Dezember. Diesen chaotischen Monat voller Glitzer, Hektik und viel zu vielen Terminen. Egal, weil am Schluß kommt das Christkind.

12.2
Und hier sind wir nun. Am Schluss. Es gibt nichts weiter zu sagen als Tausend Dank an euch. Für all eure wunderbaren klugen Nachrichten. Und danke für das Wichtigste überhaupt bei jedem eurer Besuche: Eure Zeit.

Bis 2016.