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Late winter

„I prefer winter and fall, when you feel the bone structure of the landscape – the loneliness of it, the dead feeling of winter.
Something waits beneath it, the whole story doesn’t show“.

Andrew Wyeth

Ich freue mich nicht auf den Frühling. Jetzt ist es raus. Und das ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze ist nämlich: Ich mag keinen Frühling. Das Gras ist hässlich, die Farben matt, ich hab‘ keine Ahnung was ich anziehen soll und meine Haut juckt den ganzen Tag.  Vielleicht bin ich wirklich ein wenig komisch. Freut sich nicht die halbe Welt auf den Frühling? Ich hingegen bin die letzten Tage nochmal jeden Morgen mit der Kamera durch die eisige Kälte gestapft und habe mit tauben Fingern die letzten Tage des Winters festgehalten. Wie sehr ich diese Farben liebe! Den Morgenfrost, der sich wie Puderzucker über jedes Blatt und jeden Baum legt. Das satte Grün zurHhälfte mit Schnee bedeckt. Die kräftigen Beigetöne auf den trockenen Feldern. Eigentlich halb tot und trotzdem irgendwie lebendig und kräftig. Ich kann daran nicht vorbeifahren und so stand in letzter Zeit des öfteren mein kleines mintfarbenes Auto mutterseelenallein blinkend am Straßenrand während ich den Winter einzufrieren versuchte. So, wie er es mit uns macht.

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Outfit
// Grauer Oversize Mantel von Sheinside // Kleid weinrot von Sheinside // Lackstiefelette von Dreivhold (via Zalando) // Uhr von Sekonda (via ASOS) //

Fotos
// Foxografie //
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Die Winterserie könnt ihr euch auch auf meiner Webseite Foxografie hier ansehen.

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Einen wundervollen Donnerstag an alle #2412

Kein Tag im Jahr erweckt in mir zwiespältigere Gefühle als Weihnachten. Es ist eine alljährliche Hassliebe.
Ehrlich, ich liebe Weihnachten. Oder besser gesagt: Ich liebe das Bild in meinem Kopf von Weihnachten. Mein Bild von Weihnachten ist eine vierwöchige Zeit voller Liebe. Wundervoll geschmückte Innenstädte. Ich habe schon zwei Wochen vorher alle Geschenke zusammen. Jedes passt haargenau zur Person. Alle sind liebevoll nach Pinterest Standard verpackt. Frank Sinatra begleitet mich den ganzen Tag und klopft mir mit väterlichem Blick auf die Schulter. Und am 24. Dezember sitzt die ganze Familie friedlich um den Weihnachtsbaum zusammen. Bildende.

Die Realität ist: Ich bestelle auf den letzten Drücker online. Express Versand ist mein bester Freund in dieser Zeit. Was für ein dämliches Wort ist eigentlich „besinnlich“! Ich kann nicht in die Innenstadt, denn plötzlich hasse ich Menschen. Mein Kontostand zeigt mir ab dem fünften Geschenk den Mittelfinger. Meine Geschenke sehen aus, als hätte es ein Kindergartenkind eingepackt (Mit den Füßen). Wenn ich noch einmal „Last Christmas“ höre,  möchte ich mich oder wahlweise die Person neben mir mit einer Frank Sinatra CD erschlagen. Am 24. Dezember gibt es spätestens um 13 Uhr den ersten Familieneklat. Meistens schon einen Tag vorher.

Und jedes Jahr frage ich mich auf’s Neue: Warum freust du dich dann trotzdem jedes Jahr? Ist das eine Art Weihnachtsmasochismus? Ist das Unbelehrbarkeit?Kann ein Tag, auf dem schon Wochen im Voraus tonnenweise Erwartungen lasten überhaupt gut werden?
Ja kann er.  Das habe ich beschlossen (vor 5 Minuten). Ich nehme das Bild in meinem Kopf, werfe es in meinen gedanklichen Mülleimer (jetzt), freunde mich mit meinen hässlich verpackten Geschenken an, trinke stattdessen ein Glas Wein mehr und freue mich einfach nur so.  Nicht, weil Weihnachten ist. Nicht, weil es Geschenke gibt. Oder weil man das heute muss. Sondern einfach so. Zum Beispiel, weil heute Donnerstag ist. Die Sonne geschienen hat. Und weil der kleine Bruder heute für alle kocht.

Also, habt alle einen wundervollen, unbesinnlichen Donnerstag. (Und ja, ich liebe Weihnachten wirklich).
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Foto: Foxografie

 

 

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Von alten Lieben.

Am Freitag übergebe ich mein letztes Hochzeitspaket für dieses Jahr. Dann geht die turbulente Hochzeitssaison erstmal für ein paar Monate in den Winterschlaf. Zumindest sollte es nicht wieder ein paar Kurzentschlossene geben. Alles schon gehabt.

Allen unüberblickbaren Unwägbarkeiten zum Trotz beginnt für mich gerade eine ganz besondere Zeit: Draußen findet seit einer Woche eine Farbexplosion statt – Holi Festival der Natur. Und bald kommt das Christkind. Oh ja. Ihr habt richtig gelesen, ich stehe dazu. Ok gut, bis zum Christkind dauert es noch ein wenig – vorher kommt ja noch der Nikolaus, aber gut. Meinen Weihnachtsbaum für dieses Jahr habe ich auf jeden Fall schon zugesichert bekommen (Danke, Y. ♥).

Und, was mindestens genau so toll ist: Zeit für Herzensprojekte. Wenn die Wochenenden nicht mehr ganz so vollgepackt sind wie im Sommer, können endlich mal wieder ein paar Punkte auf der Lebens-to-Do-Liste abgehakt werden. Wie Klamotten ausmisten. Nein, Spaß. Das ist auf der Ich-bescheiß-mich-selber-Liste und endet nur damit, dass ich geplante Gegenstände für die Altkleidersammlung (wie diesen Poncho) triumphierend aus irgendeiner Kiste ziehe und überglücklich rufe „Den habe ich schon ewig gesucht!“ (Vielleicht sogar länger) Und ja, ich fühle  mich gut dabei, ein armes Kleidungsstück vor dem sicheren Altkontainertod zu bewahren. Deswegen trage ich es dann auch gleich beim Herbstspaziergang und tue so, als hätte es nicht zuvor jahrelang ein vereinsamtes und völlig vernachlässigtes Leben in einer Kiste geführt. Aber mal ehrlich, er ist super, oder? Weiterlesen