Alle Artikel in der Kategorie “Fastlyrisches

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Links, rechts, vor, zurück.

„Weißt du, das große  Dilemma ist: Du kannst wählen,“  sage ich zu meiner Freundin. Natürlich geht es um Männer. Doch eigentlich geht es um alles.
Wir blicken uns schweigend an, während wir mit den Händen unsere Kaffeetassen wie einen Rettungsanker umklammert halten. Die Kerze ist schon fast heruntergebrannt, das warme Wachs läuft wie Lava aus einem Minivulkan auf den Holztisch.  Wie immer kann ich nicht anders: Ich tippe mit dem Zeigefinger in die glänzende Masse und streiche dann über das Wachs, das auf meiner Haut innerhalb von Sekunden fest wird. Als Kind habe ich diese Prozedur so lange wiederholt, bis alle 10 Fingerspitzen sorgfältig mit Wachs bedeckt waren . Jetzt bin ich erwachsen und genüge mich mit einem. Manchmal zwei. Weiterlesen

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Was ist überhaupt wichtiger? Ziel oder Weg.

“It’s so strange how life works: You want something and you wait and wait and feel like it’s taking forever to come. Then it happens and it’s over and all you want to do is curl back up in that moment before things changed.”
― Lauren Oliver, Delirium

So sind wir ein klein wenig, oder? Warten und warten auf etwas. E T W A S. Und als wahre Meister der Fantasie verändert sich dieses bloße Etwas. Wächst, verändert seine Form, wird größer.  Besser. Schöner. So viel schöner. Und allein der Gedanke, noch länger warten zu müssen, macht einen unruhig. Ungeduldig.  Kreuzchenkalender einrichten.  Wann ist der Monat endlich zum. Und der nächste, und der übernächste. Warten auf etwas in der Zukunft ist diese bittersüße Mischung: Antrieb und Ignoranz. Und wir alle wissen, dass der Satz „Vorfreude ist die schönste Freude“ nicht untertrieben ist.  Ein Ziel in Gedanken ist ein starker Motor. Aber auch ein bitterer. Denn während wir oft mit leuchtenden Augen und in höchster Konzentration unserem wunderschönen Etwas entgegenlaufen,  verpassen wir – alles andere. Die Dinge entlang der Straße. Kreuzungen. Neue Wege. Den Weg. Wir verpassen den Weg. Weiterlesen

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Kehren in der Wüste ist schwer.

You don’t need endless time and perfect conditions. Do it now. Do it today. Do it for twenty minutes and watch your heart start beating. 
-Barbara Sher

Und dann tat ich es. Löschte mit pochendem Herzen meine Bilder. Eins nach dem anderen. 600 waren es inzwischen geworden. Zum Schluss blieben drei übrig.  Drei Überlebende. Mehr nicht. Immerhin.

Warum dieses Bildermassaker. Denn ich liebe sie doch alle. Und wahrscheinlich war es genau das. Ich liebe sie doch alle. Es war kein Blitzkrieg, der unvorhersehbar gewesen wäre. In der letzten Zeit taucht dieser eine Gedanke immer öfter in meinem Kopf auf. Achtsamkeit.

Instagram ist eine wundervolle Plattform. Ich habe liebe Menschen kennengelernt. Tolle Menschen kennengelernt.  Wurde inspiriert. Und doch. In letzter Zeit fühlte ich mich mehr und mehr überfordert an diesem Ort, an dem Millionen von Eindrücken, Erlebnissen und Kunstwerken tagtäglich hochgeladen werden. So viel. Als hätte ich die Aufgabe zugeteilt bekommen, in der Wüste zu kehren. Unmöglich. Der Überblick geht verloren, schaut man nach link und nach rechts. Unzählige kleine Sandkörner soweit das Auge reicht. Der Mut sinkt. Wie soll ich meine Aufgabe nur jemals schaffen können?

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Doch man kann diese Herausforderung nicht bewerkstelligen, indem man mit aller Kraft zu kehren versucht. Egal wie schnell man kehrt, nur ein kleiner Windhauch und alle Mühe war umsonst. Es bringt nichts, gegen eine Überzahl anzukämpfen. Das habe ich erkannt. Doch ich wollte nicht mutlos  und mit hängendem Kopf unverrichteter Dinge gehen.

Also habe ich umgebaut. Habe mir ein paar Steine genommen und mir ein kleines Stückchen von der großen Fläche abgeteilt. Ich kann nicht die ganze Wüste fegen. Aber meinen Bereich. Das schaffe ich. Die Steine sind nicht so hoch, dass ich nicht mehr sehen könnte, was sich dahinter befindet. Nicht so, dass man vergisst, dass da noch sehr viel mehr Wüste ist, als der eigene kleine Bereich. Aber gerade so, dass ich weiß: Hier kannst du dich um die Aufgabe kümmern.

Ein Monat in Bildern. Das ist mein kleines Projekt. Ich weiß nicht, wie lange ich es machen werde. Vielleicht einen Monat, vielleicht auch ein Jahr. Es ist ein Versuch. Ein Monat in Bildern. Und am letzten Tag, wird gelöscht und auf Anfang gesetzt. Mein Monatstagebuch. Keine Bildermassen.  Ich bin gespannt, wie lange ich die Steine zum Schutz liegen lassen werde oder ob mir irgendwann der Radius zu klein wird und ich sie wieder zur Seite schaffe. Das Gute ist, es ist nur ein Spiel. Es gibt nichts zu verlieren (außer vielleicht Abonnenten). Die Bilder, die ich liebe, hängen an der Wand. Ich habe sie alle bei mir und auf der Webseite. Also spiele ich jetzt einfach ein wenig weiter und lasse mich vom Ausgang überraschen.

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