Alle Artikel in der Kategorie “Auf Wanderung

Kommentare 23

Hoch in die Berge

Mittlerweile ist es schon fünf Wochen her, dass wir uns auf in unser kleines Sommerabenteuer gemacht haben. Es war nicht wirklich geplant. Und noch weniger war es der richtige Zeitpunkt. Aber manchmal muss ein Fuchs tun, was ein Fuchs eben tun muss. In diesem speziellen Fall war das ein Tapetenwechsel. Das Gute ist ja, seinen Laptop vollgepackt mit Arbeit kann man überall aufklappen.  Gesagt, getan. Exakt einen Abend vor der Abreise haben wir uns dafür entschieden, Richtung Alpen zu fahren. Ich war noch nie in den Bergen – das kann man fast schon nicht mehr laut sagen. Zumal, wenn man auch noch in Bayern und somit ziemlich in Reichweite wohnt.

Es gab nur eine einzige Bedingung (die ich eigentlich fast immer habe, wenn ich reise): Möglichst fernab von Menschen. Einen sozial inkompetenten Alm Öhi könnte ich noch verkraften. Eine nette Almwirtin, die mir gutes Essen kocht, auch. Ansonsten bitte so wenig Zivilisation wie nötig. Kühe auf Sichtweite wären nett. Frische Milch am Morgen oberfancy (ja, trotz der Tatsache, dass ich laktoseintolerant bin).

IMG_3010

Ihr seht, mein innerliches Bild von einem Urlaub in den Bergen ist ziemlich malerisch und stark geprägt von unzähligen Heidifilmen in meiner Kindheit. Aber, ich habe ihn bekommen. Meinen Alm Öhi. Mein ganz persönliches Heidiabenteuer. Im Hohe Tauern Nationalpark – genauer gesagt im Rauriser Tal waren wir die ersten vier Tage echte Almgäste und Wandersleut‘. Das Tal an sich war schon so urig. Und mit unserem Gespür für Orte am Arsch der Welt waren wir doch tatsächlich ganz oben. Ganz allein. Mit ein paar Kühen.

IMG_3002

Die Alm hieß Karalm. Und ich mache hier von Herzen gerne unverblümte Werbung, weil die Besitzerin Babsi ein Goldschatz ist und den weltbesten Kaiserschmarrn der Welt macht. So wie ich das bisher geschrieben habe, klingt das wahrscheinlich, als wären wir – abgesehen von Babsi, Alm Öhi und den Kühen – die einzigen Gäste gewesen. Ganz so war es nicht. Aber weil wir so abgeschieden waren und man von den paar anderen Gästen so gut wie nichts mitbekommen hat, habe ich meine Bedingung einfach mal als „Mission erfolgreicht“ verbucht.

cats3

Die Berge waren Liebe auf den ersten Blick. Nicht nur die Berge, sondern alles, was dazu gehört. Die Dörfchen. Die wunderschönen Gebäude mit den verzierten Holzbalkonen. Die mit Blumen geschmückten Fenster überall. Die Kirchen, wie sie so überkitschig vor dem Bergpanorama emporstehen. Wirklich, ich dachte immer, die übertreiben in den Heimatfilmchen. Aber nein, das ist wirklich so dort. Und ich kann verstehen, warum es einen immer wieder dorthin zurücktreibt. Ich glaube, ich gehöre jetzt auch dazu. Selten habe ich so eine Ruhe gespürt wie dort oben auf der Terrasse der Karalm. Rundherum nichts als grüne Hügel. Und natürlich Kühe. Macht es euch auch so glücklich, frei herumlaufende Kühe zu sehen?

IMG_3068

cats4

  IMG_2982    IMG_2985  cats2       Auf dem Hinweg noch auf ein gutes Tegernseer Bier. ♥

 

Enzian Wettzählen. Wer findet die meisten?

cats5IMG_3064

cats9

IMG_9849

Über den Grad der 3 Brüder. Frodo. Sam. Wir kommen.IMG_3085

IMG_3084Angekommen. 2700 Meter Höhe. Und 5 Stunden steil bergauf.IMG_3088

IMG_3059

IMG_3044

Eines der besten Dinge überhaupt: Das Almfrühstück jeden Morgen. Frische Milch. Selbstgemachter Quark. Selbstgemachte Marmelade. Ich bin zwar milchmäßig fast den Heldentod gestorben, hab’s mir aber dennoch jeden Morgen reingewercht. Es war einfach so so gut.

IMG_3042

IMG_3041IMG_3031

Schönste Zimmeraussicht.

IMG_9846Der Rauriser Urwald
Leute, wenn ihr die Möglicheit habt und dort in der Nähe Urlaub plant – besucht auf jeden Fall den Rauriser Urwald. Am besten gleich früh morgens. Ich als absoluter Nicht-Morgenmensch habe tatsächlich nach der Todeswanderung am Vortag den Wecker auf 5:45 gestellt. Reine Folter. Ihr könnt euch vorstellen, wie überaus begeistert die Miene meines Freundes war, als wir dort mit einem Mördermuskelkater einen Morgenspaziergang (ok, es ging schon ziemlich steil bergauf) machen mussten, weil ich unbedingt fotografieren wollte.

IMG_9775

IMG_9805    IMG_9794    Aber. Es hat sich so so gelohnt.
cats8

IMG_9785IMG_3084
Schweren Herzens haben wir Babsi verlassen. Nicht ohne den selbstgemachten Holundersaft und ein Gals selbstgemachte Marmelade natürlich. Babsi, falls du das vielleicht liest (auf der Alm gibt es kein Internet): Es war fantastisch. Du bist fantastisch.

Weiter ging unsere Reise. Und nach der Ruhe fühlten wir uns bereit für das Kontrastprogramm. Italia, Italia…

IMG_9854

Fotos: Foxografie

Kommentare 13

..wherever we like

“Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did do.” 
Mark Twain

Und so, bin ich dann mal kurz weg. Das Ziel nur vage im Kopf. Wie soll man auch etwas im Kopf haben, das noch gar nicht richtig existiert. Nun gut, eine ungefähre Idee gibt es schon.  Ein paar Wünsche.
„Berge wären nett“, sagte der Fuchs.
„Natur. Schöne Städte. Meer. Von allem eben ein bischen.“
Füchse sind ja so entscheidungsunfreudig.
Aber weil der Fuchs jemanden gefunden hat, der mindestens genau so ausgefuchst ist wie er selbst, ist das kein Problem.
„Kriegen wir hin“, sagt er.

Heute haben wir unsere ersten zwei Nächte gebucht. Der Rest? Der ergibt sich dann schon.
Das wirklich Wichtige beim Reisen ist nicht der Ort. Oder das besonders schöne Hotel. Das tolle Essen. Nein. Das wirklich Wichtige beim Reisen ist die Begleitung. Der Rest, ergibt sich. Weiterlesen

Kommentare 12

Ein Frühling in Prag.

Es heißt, Heimat, das sei ein Gefühl. Kein Ort.
Es heißt auch, Heimat sei eine bestimmte Person.
Oder ein Geruch.
Kindheit.

Heimat ist, sich sicher zu fühlen. Vielleicht ist es ein Ort. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht gibt es keinen. Noch nicht. Oder auch nie.

Heimat ist der Geruch von Zwetschgenkuchen. Mit Hefeteig. Von Oma. Denn das ist der Beste. Selbst wenn er es nicht ist, dann ist er es doch. Versteht ihr? Omas Kuchen wird immer der einzige Wahre bleiben. Und ich glaube, ihr versteht sehr gut.

Heimat ist diese Stadt. Jeder hat sie. Manchmal sind es auch mehrere. So wie bei mir. Vielleicht, weil ich nie diese eine einzige Heimat hatte. Die, mit dem komischen Nachnamen war.  Der Papa von dort, die Mama von da. Gemischt eben. Zwei Nationalitäten, eine Person. Viele Heimats. Das gibt es natürlich nicht. Aber mir fällt auf, dass es nicht mal einen Plural von Heimat gibt. Irgendwie diskriminierend.

Heimat sind Menschen. Auf jeden Fall. Ganz besonders. Besondere. Menschen. Sie sind die wirkliche Heimat. Sie machen das. Machen, dass du dich perfekt fühlst. Egal, wo du gerade bist. Die Blicke auf die Uhr nur noch selten, vielleicht auch ganz vergessen. Heimat – und das geht an euch, meine Freunde: Das seid ihr. Prag, du bist das auch.

Und du. Du vor allem. Du bist das auch.  Immer öfter, immer mehr. Egal wo. Sogar ohne Zwetschenkuchen.

IMG_0865cats1IMG_0843IMG_0868cats3IMG_0834IMG_1065page2IMG_1012IMG_1043IMG_1093IMG_0793IMG_0796IMG_0860IMG_0842pageIMG_0987Unbenannt-1instaIMG_0862

Outfit I
// Schwarzer Mantel – H&M // Slimjeans schwarz – Asos // Oversize Pullover – H&M // Schal rosé – Mango // Lackstiefeletten – Drievhold via Zalando //

Outfit II
// Trenchcoat puder – Zara // Pullover grau – Mango // Slimjeans grau – Mango // Lackstieletten – same ones //

Today’s song ♥