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Costa Rica III – Der Süden. Endstation Nationalpark Corcovado

Das erste, das wir bemerkten, je weiter wir uns vom Nebelwald entfernten war: Es wurde wärmer. Tagsüber ist es immer sehr schön warm, allerdings wurde es im Norden nach Sonnenuntergang deutlich kühler und ein warmer Pullover für Abends auf jeden Fall wichtig. Und: Es gibt ja doch ganz passable Straßen. Aber dazu später mehr.
Wir tuckerten also mit unserem Minigeländewagen (= Fiat Alto) in Richtung der Hauptstadt San José. Eigentlich war der Plan, dort eine Nacht zu schlafen, dann ein wenig durch die Stadt  zu bummeln und danach weiter in Richtung Corcovado Nationalpark zu fahren. San José wird nicht gerade hoch gelobt wegen seiner Schönheit, doch wir waren dennoch bereit für einen kleinen Stadtrundgang.  Als wir jedoch nach wundervoller Ruhe im Regenwald dort ankamen und uns in einer einzigen Autoschlange Meter um Meter durch die verstaubten Straßen schoben, verwarfen wir diesen Plan schnell. Das Sightseeing fiel also aus und so war das Einzige, was wir von Costa Ricas Hauptstadt sahen, sehr viele Staus, ein mexikanischer Tacoladen (von innen natürlich) und unsere Unterkunft. Das hingegen war ein wahres Paradies inmitten all dem Staub, der Hitze und dem Lärm.

Auf in den Süden!

Unsere grüne Oase mitten in San José. Nicht direkt in der Stadt, aber die Gastgeberin ist superlieb. Sie wohnt mit ihren Töchtern selber mit in dem Haus und gibt sogar das „gute Zimmer“ in der Hauptsaison an die Gäste weiter – in dem schläft sie normalerweise nämlich selbst.  🙂 Nebenbei arbeitet sie noch in einer Gärtnerei. Das erklärt auch, warum unter ihrer Pflege auch so ziemlich alles zu blühen scheint.  So hatten wir also die Ehre, in einem Zimmer mit rundum Glasfenstern in einem riesen Bett nachts den Grillen zu lauschen. Danke, an die liebe Annabell. (Unterkunft: „El jardín de Annabelle“ – gefunden über Booking)

Jacó

Kurz vor dem Ort Jacó gibt es diese inzwischen wohl berühmte Brücke. Und das ist sie deswegen, weil sich dort eine große Gruppe Krokodile sehr wohlzufühlen scheint. Abgesehen davon hat mir  dieser Ort,  am Wenigsten in Costa Rica gefallen. Hässliche Betonbauten am Strand, lieblose Läden voll mit verstaubten Sonnenbrillen und anderem Ramsch, Billigpizza und Würstchen zum Frühstück. Nichts für uns. Also nichts wie weiter.

Ein kleiner Geheimtipp: Der Strand Playa Tortuga.
Ich gab ihm allerdings den Namen „Robinson Crusoe Strand“. Denn so habe ich mich dort gefühlt. Etwas versteckt und nicht leicht zu finden – es ist quasi der letzte Strand, wenn man die Atlantikküste Richtung Süden entlangfährt. Aber es lohnt sich!

Die mysteriösen alten Steinkugeln von Costa Rica
Niemand scheint so recht zu wissen, warum genau Menschen diese Werke angefertigt haben, von denen die größten über 16 Tonnen schwer sein können. Man weiß nur, sie sind sehr alt. Ich bin gespannt, ob die Archäologen eines Tages Licht ins Dunkel bringen werden.

 

Das zarte Lederarmband hat mir die liebe Jessi von Refined Bohemia als Urlaubsmaskottchen mitgegeben. Ich kenne sie über meine liebe Joana von „Odernichtoderdoch“, denn dort hat sie gearbeitet. Sie fertigt alle Schmuckstücke in liebevoller Handarbeit selbst an. Wer auf filigranen Hippischmuck steht – unbedingt vorbeischauen. Und natürlich kaufen. Soll ja nicht immer so brotlos sein, diese Kunst. 🙂

Die Straßen im Süden sind übrigens richtig gut.
Kein Wunder – dort war nämlich der Sitz der United Fruit Company (heute Chiquita).  Wenn’s nämlich darum geht, gut Geld zu verdienen, wird auch eine ordentliche Betonstraße verlegt.  Und das ist auch gleichzeitig das Traurige: Der halbe Regenwald wurde abgeholzt und einmal schön eingetauscht gegen kilometerlange Bananenplantagen.  Nachdem irgendwann aus den Böden nichts mehr herauszuholen war, verließ der Konzern das Land und hinterließ eine zerrüttete Landschaft. Nun stehen dort an stattdessen Palmölplantagen. Palmöl ist vielseitig einsetzbar und bringt sehr viel Geld. Wie grüne Soldaten in Reih und Glied stehen sie da und stimmen mich sehr nachdenklich. So viel wert dieses Land auf nachhaltigen Tourismus legt – scheint es doch nicht möglich sein, sich der Wirtschaft und dem Profit zu verwehren.

Randnotiz: Wusstet ihr, dass die Bananae ursprügnlich nie in Costa Rica gewachsen ist? Die wurde nämlich ursprünglich aus Südostasien importiert. Das war für mich neu!

Wunderschöne Osa Halbinsel
Playa Matapalo –

 

Corcovado Nationalpark

Um 5:30 Morgens wurden wir von unserem Guide abgeholt. Der Park gewährt pro Tag nur einer gewissen Anzahl an Menschen Zutritt – und ein Führer ist Pflicht! Kostet einiges, aber ohne unseren Jaime hätte ich von all den Tieren, die wir erblickt haben, wahrscheinlich so ziemlich keines gesehen. Mal ganz abgesehen von seinem riesigen Wissen über Pflanzen. Ich bin ab jetzt auf jeden Fall weniger kritisch gegenüber geführten Touren!

Die Wanderung war unglaublich schön. Und unglaublich anstrengend – nicht zuletzt wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Während wir nach 8 Stunden durch den Regenwald Gelaufe ziemlich am Ende waren und nur noch an frische Kokosnüsse dachten, hatte Jaime noch nicht einmal eine Schweißperle auf seiner Stirn. Wahrscheinlich kein Wunder, wenn man dieses Sportprogramm mehrmals die Woche absolviert.

Costa Rica war wunderschön. Das Einzige, was ich so richtig unterschätzt habe, war die Hygiene dort. Ich hatte bisher eigentlich nie irgendwelche Probleme mit dem Magen oder sonstigem und bin dementsprechend ausgerüstet in den Urlaub gereist: Mit Pflastern. Sonst nichts.
(Und auf die war ich sogar noch stolz.)  Acht Tage – auf die ich an dieser Stelle lieber nicht genauer eingehen werde – waren Anlass, euch auf jeden Fall eine Reiseapotheke ans Herz zu legen. 😀

Nie mehr ohne Reiseapotheke!

Superwichtig, eigentlich logisch, aber vielleicht ist da ja noch jemand so naiv wie ich es war. Für den nächsten Trip habe ich etwas Supertolles gefunden: Fertige Reisesets, die gleich alle wichtigsten Helfer im Notfall beinhalten. Zwei habe ich gefunden bei Europa Apotheek, einmal die Deluxe All-Inclusive Variante hier und einmal die kleinere und günstigere Variante hier.

Uns beide hat es richtig böse mit Durchfall erwischt. Ich denke, es lag am Wasser. Dass man nicht unbedingt vom Wasserhahn trinken soll, weiß wohl jeder. Allerdings kann man es nicht immer vermeiden. Ich habe oft Salat gegessen und ich schätze mal, der wird auch wieder mit Leitungswasser gewaschen (Wenn überhaupt). Egal was es war, es war richtig gemein.

Tipp: Sonnencreme für schwierige Haut

Leider habe ich eine verdammt schwierige Haut und vertrage so gut wie nichts. Entweder es spannt. Juckt. Trocknet aus. Fettet. Oder sogar alles zusammen. (Ja, das ist möglich). Wenn ich mir Sonnencreme ins Gesicht schmiere, sehe ich in kürzester Zeit aus wie ein roter Streußelkuchen. Also genau so, wie man im Urlaub und generell aussehen möchte. Nicht. Für alle, die auch unter einer Mimosenhaut leiden wie ich, dem kann ich die Sonnencreme von Ladival empfehlen. Findet ihr auch hier. Inklusive Lichtschutzfaktor 4000. Für allergische Zickenhaut auf Gelbasis. 🙂

Das Einzige, was ich allerdings vor Ort kaufen würde, ist ein Mückenmittel. Vor Ort hat man uns gesagt, welches genau dort am Besten für die Blutsauger wirkt. Bei uns hieß es – die große Grüne Flasche. (Sieht aus wie eine Graffittispraydose und könnte womöglich auch ein und derselbe Inhalt sein :-D)

Corcovado

– Am Ende der Welt –

10 Tage Costa Rica. Das grüne Land. Wer sein Herz an die Natur verloren hat, der wird hier glücklich sein. Es gibt günstigere Ziele. Ziele mit besserem Essen. Doch durch den Monteverde Nebelpark zu wandern, bunte Vögel wie aus dem Bilderbuch am Vulkan Arenal zu beobachten, auf Schotterpisten durchgerüttelt  zu werden und morgens von Brüllaffen geweckt zu werden – all das schreibe ich dankbar auf meine innere Liste toller Momente. Pura Vida! Ja, Costa Rica ist wirklich absolutamente pura vida.

Coming soon:
Oh wie schön ist Panamá!
So ungefähr ging das Abenteuer nämlich weiter. Aber das, ist eine andere Geschichte.

 

8 Kommentare

  1. fabelhafte Welt der Fräulein Fox… sehr schön geschrieben, da packt mich doch glatt das „Reisefieber“ . Ich zähle schon die Tage … – ähm noch genau 6 – , dann sitzen wir im Flieger, weit über den Wolken <3

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