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Hallo Amsterdam! Mein Reisebericht aus der Stadt der Fahrräder.

Vor vier Wochen haben der Mister und ich spontan beschlossen, nach Amsterdam zu fahren. Ich hatte schon so viel über diese Stadt gehört. „Wenn dir Kopenhagen gefällt (ja, tut es), wirst du Amsterdam lieben„.  „Fahrt da unbedingt hin!“ Ende Oktober hatte ich meine letzte Hochzeit fotografiert, dann noch ein Feiertag im Kalender – da habe ich mich nicht zweimal bitten lassen.

Ich hatte extra bei euch angefragt, ob ihr euch überhaupt einen Amsterdam Post wünscht, da es über diese Stadt ja doch schon so vieles zu lesen gibt und viele von euch vielleicht auch schon selber einmal dort waren. Aber nachdem das Feedback so groß war, kommt er hier also. Mein Reisebericht. Wobei meine Berichte ohnehin nie so ganz typisch sind.  Zum einen, weil wir nicht immer die gängigen Sehenswürdigkeiten einer Stadt anschauen. Oft lassen wir diese einfach nach Gefühl aus und spazieren ohne Karte oder to Do Liste einfach so drauf los und lassen alles auf uns zu kommen.  Wir haben mit dieser Art des Reisens schon so viel Tolles, Lustiges – und vor allem Unerwartetes erlebt und ich kann es jedem nur ans Herz legen, auch mal die Reiseführer beiseite zu legen. Wenn man sich dann natürlich wie ein Ertrinkender fühlt, dem man das letzte Stückchen Treibholz entreißt, dann natürlich nicht – denn beim Reisen geht es ja vor allem um den Spaß und nicht um irgendwelche Regeln oder Anleitungen.

Wir waren insgesamt drei Tage in Amsterdam. Das reicht, um die Stadt mal anzufühlen und anzutesten, ob die Chemie so passt. Ich spüre das meist innerhalb der ersten Stunde – geht es euch auch so? Es fühlt sich für mich ein wenig wie eine romantische Beziehung an. Entweder ich bin voller Begeisterung, Euphorie und verliebe mich ganz schlimm. Naja, oder es kommt einfach kein Gefühl an. Das kann man nicht steuern. Man fühlt es einfach.

Auf meinen Bildern halte ich also Amsterdam fest, wie ich es gesehen, erlebt und gefühlt habe. Und vielleicht geht es euch ja wie mir und ihr bekommt ein paar Schmetterlinge im Bauch..

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Amsterdam, die Fahrradstadt.
Ich wusste, dass dort alle mit dem Fahrrad fahren. Immerhin haben wir ja auch noch Erlangen. Aber das. War einfach nur noch verrückt.  Beim Losfahren errechnete ich mir jedes Mal eine 50:50 Überlebenschance.

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Essen kann man in Amsterdam hervorragend und noch dazu an jeder Ecke. Ich als absoluter Gemüsefreak komme also im hippen Amsterdam voll auf meine Kosten. Vegetarisch, vegan, glutenfrei, alles Standard. Die Schwierigkeit ist hier eher, sich überhaupt mal zu entscheiden bei den Massen an hübschen Lokalitäten. Hat bei uns beiden dann öfter auch mal etwas länger gedauert.

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Einer schöner Rücken und so – oder auch:  Mein Freund, das kamerascheueste Wesen auf diesem kleinen Planeten. Und dann sucht der sich eine Fotografin zur Freundin…Leute, ich habs‘ nicht leicht.
Rechts übrigens meine absoluten Lieblingsschuhe. Ich habe sicher 2 Jahre nach Schuhen in einem bestimmten rot gesucht und habe sie im Oktober eeeeendlich bei Görtz gefunden.
#itsthelittlethingsthatcount
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It’s all art until you say it’s not.
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Ok. Einen Punkt hatte ich dann noch auf meiner to Do Liste: Flohmarkt. Das muss einfach immer sein. Ich liebe Flohmärkte. Ich liebe alten Kram. Ich LIEBE Sachen.

Wir waren am ersten Tag auf dem Waterlooplein Markt. Der wird soweit ich das gelesen habe auch recht oft angepriesen und daher hatte ich dann auch eher mit einem ziemlich touristischem Flohmarkt gerechnet. Aber mitnichten: Der Waterlooplein Markt ist klein. Gemütlich. Und zuckersüß. Alte Pelzmäntel von Omi, Opis, die selbstgemachte Ketten anbieten und zwischendrin werden auch noch Kartoffeln und frisches Brot verkauft.
Sehr zu empfehlen!

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Die Grachten haben wir einfach nur mit dem Fahrrad abgefahren. Die angebotenen Bootstouren haben wir ausgelassen.the-crazy-one-27the-crazy-one-32

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Es war übrigens verdammt voll. Überall. Was ja auch irgendwie zu erwarten war mit bereits oben erwähnten Feiertag.
Notiz an mich: Nie wieder Städtetrip an einem Feiertag.

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Das Fahrrad ist definitiv das schnellste Verkehrsmittel in Amsterdam – allerdings auch nur bis zum Anfang des Stadtkerns – danach nur, sollte der Wunsch nach einem baldigen Ableben gegeben sein.

Übrigens hat mich total überrascht, dass überall in der Stadt helmlos gefahren wird. Fahrrad – und Roller. Das kannte ich bisher nur aus Thailad und da passt es irgendwie so ins gesamte Bild. Die Amsterdamer hätte ich aber irgendwie dann doch nicht so wild eingeschätzt. Aber anscheinend ist das Sicherheitsbedürfnis nicht so hoch dort. Oder sind die einfach eitler?

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Unsere Bleibe hatten wir übrigens über Air BNB gesucht und gefunden. Da alle Hotels entweder ausgebucht, unbezahlbar oder hässlich UND unbezahlbar  waren (Feiertag – jaaaaaa, ich weiß, wir waren echt naiv), haben wir die Idee recht bald verworfen. Nicht, das dieses Apartment günstig gewesen wäre. Ich glaube, für die zwei Nächte haben wir rund 320 Euro gezahlt. Aber ich verspreche euch, das hat wirklich noch zu den Schnäppchen gehört. Und es war dafür wie ein Ausschnitt aus Pinterest.  Die Amsterdamer haben ein absolutes Händchen für Stil. Irgendwie ist alles auf eine lässige Art und Weise verdammt cool und lässig.

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Dank Instagram habe ich einen Tipp bekommen: Das Katzen Kabinett in Amsterdam. Das Museum hatte der Gründer zu Ehren seines geliebten Katers namens John gegründet. So heißt es zumindest.  Die 7 Euro Eintritt lohnen sich aber allein schon  dafür, diese wunderschönen Gebäude entlang der Grachten mal von innen zu sehen. Gefühlte 5 Meter hohen Fenster, knarrende alte Holdböden und Stuck soweit das Auge reicht. Ich bin ein absoluter Altbauliebhaber und daher war ich im 7. Himmel. Egal, ob es Kater John nun wirklich gegeben hat oder nicht.

the-crazy-one-110Ein schöner Rücken mal wieder. ♥
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Always be yourself. Unless you can be a unicorn.
Then always be a unicorn.

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Das „De Pijp Viertel“
Kann ich euch absolut ans Herz legen. Nicht nur wegen dem schönem Markt, bei dem es nebenbei die besten Stroopwafeln gab, die ich je gegessen habe. Wer es nicht kennt: Das sind zwei dünne Waffeln mit einer Art Rautenmuster, die gebacken werden. Dazwischen Karamell. Und wem das noch nicht genug ist (so wie uns), der packt da noch dunkle Schoki dazu, die dann köstlich verläuft im Mund und sonst noch überall hin. Ich mag eigentlich überhaupt kein Karamell, aber das ist der Himmel auf Erden. Ich glaub‘ ich muss hier nochmal nach denen suchen..

Abgesehen von klebrigen Kalorienbomben lohnt es sich aber auch des Flairs wegen. Es hat sich für mich ein wenig mehr nach dem echten Amsterdam angefühlt. Viele Einheimische. Viele junge Leute und weniger Coffeeshops. Mir hat dieser Stadtteil ein wenig abseits der Innenstadt wahrscheinlich mit am Besten gefallen.

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the-crazy-one-137Was man sich übrigens absolut sparen kann: Diesen ominösen Blumenmarkt. Wir sind zufällig dort aufgelaufen und es hat weniger mit einem Blumenmarkt, denn mit einer Massenschubserei zu tun. Braucht man nicht. Und Blumen gab’s auch keine. Sondern nur tausende abgepackte Packungen mit Pflanzensamen. Und die bekommt man sicherlich nicht nur dort.

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Noch ein paar eloquente Worte für’s Gästebuch – und dann zurück in die Heimat.
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Amsterdam. Stadt der Millionen Fahrräder und Venedig des Nordens.
Super stylish, verdammt voll und super bunt – wer sich hier angesprochen fühlt: Auf nach Amsterdam.
Wer es eher ruhiger mag (denn eine wirklich  große Stadt ist Amsterdam mit etwas über 838.000 Einwohnern nicht unbedingt) , Grasgeruch nicht wirklich schätzt und Angst vor Fahrradraudis hat,  der sollte eventuell auf ein anderes Ziel umschwenken. 😀

 

8 Kommentare

  1. Tolle Fotos! Ich war jetzt auch schon zwei mal in Amsterdam und liebe es dort! Allerdings finde ich, dass die Stadt auch durchaus sehr ruhige Ecken hat, in denen man die tausenden Touristen gar nicht so wahrnimmt.

    • Carolina

      Das glaube ich dir sofort – sollte es ein zweites Mal geben, werde ich auch sicher nochmal verstärkter nach ihnen suchen. Beim ersten Mal in einer Stadt weiß man oft nur immer gar nicht, wo und womit man jetzt anfangen soll. 😀

  2. Ich finde airbnb auch super! Bisher hatte ich immer Glück und habe ein vergleichsweise günstiges Apartment mitten unter den Einheimischen gefunden. Dadurch erlebt man Städte viel intensiver als im Hotel. 🙂
    Deine Fotos sind wie immer wunderschön und haben meinen Wunsch mir Amsterdam auch irgendwann mal anzusehen noch ein bisschen verstärkt. 😉

    Die Mütze ist unglaublich süß!
    Liebe Grüße

    • Carolina

      Ach du Liebe, hab mich wirklich sehr über diese lieben Nachrichten gefreut! <3
      Ich kann es dir nur ans Herz legen - es ist verrückt (auch "dank" großer Menschenmassen), aber die Stadt ist es wirklich wert und das Gefühl dort auch.

  3. Ich muss ehrlich gestehen: ich schein eine der wenigen Menschen zu sein, die mit Amsterdam nicht ganz warm wurde. Mir war das zu viel Touri, zu voll, zu unpersönlich.
    Ich war davor schon öfters in den Niederlanden unterwegs und fand den Flair einfach immer so niedlich und süß. Die Gassen, die schiefen Häuser, etc. – und davon war in Amsterdam kaum was zu spüren. Egal wo wir waren. Mir haben schon mehrere Leute gesagt, dass ich dann an den falschen Orten war, aber tatsächlich waren wir nur am ersten Tag in den Hauptgegenden… Vielleicht geb ich der Stadt irgendwann nochmal eine Chance – aber jetzt würden mich erstmal andere Orte drumherum mehr reizen 😀

    • Carolina

      Ja, du hast auf jeden Fall recht – es sind viiiiiel zu viele Touristen dort. Man muss sich das schon alles sehr wegdenken – doch abgesehen davon ist die Stadt schon sehr goldig. Die ganzen Gassen und Läden, die alten Gebäude entlang der Grachten. Aber man kann bei sowas leider immer nur schwer vermeiden, dass es dann auch irgendwie vielen anderen Menschen so geht.

      Vielleicht hilft es dir da am Besten, immer Zeiten zu wählen, die noch erträglich sind. So mache ich das generell bei Urlauben, weil ich Menschenmassen auch überhaupt nicht mag.

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