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Faulheit im Quadrat

Als ich 2012 meinen ersten Blogpost veröffentlichte, da ging es ziemlich turbulent zu in der Bloggerwelt. Blogs, Blogs und noch mehr Blogs. Es gabe so viele Blogs, dass ich mit meiner Leseliste komplett überfordert war, weil die benötigte Lesedauer über den regulären 24 Stunden eines gewöhnlichen Tages  lag. Es gab Foren, bei denen man sich gegenseitig begutachten und bewerten konnte.  Anschauen, für gut (oder mies) befinden, Meinung schreiben, fertig. Hauptziel dabei: Klar, fleißig neue Leser sammeln. Denn ohne Leser, ist so ein Blog eine gänzlich langweilige Sache.  Kann man ja genausogut wieder das Tagebuch hervorkramen. Da kann man dann immerhin auch die richtig unzensierten Gedanken reinpacken. Liest ja niemand. In dieser Zeit, da ging es so heiß her, dass man in den Foren nicht mal mit dem kommentieren hintergekommen ist, so viele waren gleichzeitig online.

Processed with VSCO with a6 presetUnd jetzt? 
Ich glaube, es gibt immer noch mehr Blogs als Leser. Aber zumindest gefühlt ist es ein wenig ruhiger geworden in der Welt der Blogs. Selbst auf großen Blogs findet man oft verhältnismäßig wenig Kommentare. 2000 Leser. 15 Kommentare. Foren gibt es natürlich auch noch. Nur kann die Antwort nun auch mal 16 Stunden dauern, anstelle von 16 Sekunden.

Warum?
Ein paar neue Freunde haben sich in die Runde gesellt. Sie heißen Instagram und Snapchat. Weil ich Bilder sehr schätze, schreibe ich auch gerne in Bildern. Hier also  ein bildhafter Vergleich: Es gibt Freunde, die brauchen viel Aufmerksamkeit. Sie schätzen Kontakt. Wollen reden. Viel reden. Sie wollen etwas unternehmen, verlangen viel Aufmerksamkeit – schenken aber im Gegenzug etwas zurück.
Und dann, gibt es da noch diese anderen Freunde, die sind genügsam. Man hört und sieht sich vielleicht alle paar Monate einmal – mehr aus Zufall, denn irgendetwas anderes. Vielleicht sind es auch eher Bekanntschaften als Freunde. Eigentlich weiß man es selber nicht mehr so genau. Und jedes Mal ist es so, als hätte es diese Zeitlücke nie gegeben. Als wäre man erst letztes Wochenende auf einer 12 stündigen Kneipentour zusammen unterwegs gewesen auf der man sich nach ein paar Wodkashots und zwischen Justin Timberlake und Rihanna ewige Freundschaft versprochen hat.  Und man verspricht sich natürlich, unbedingt mal wieder etwas zusammen zu unternehmen (was man auch ernst meint – jedoch nie passieren wird) und erst danach, zieht wieder jeder seines Weges.

Blogs sind diese zeitintensiven Freunde, Instagram und Snapchat jene einfachen, unkomplizierten. Man kann auch gar nicht wirklich sagen, dass nun das eine oder das andere weniger wert wäre. Das das eine mehr für die Katz‘ ist als das andere. Irgendwie nicht. Irgendwie mag man sie beide. Eben auf ihre Weise.

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Ich gebe zu: Ich liebe Instagram. Instagram ist so einfach.  Verglichen zu einem Blogpost lächerlich unkompliziert und auch der zeitliche Aufwand ist deutlich geringer. Fotos sehen eigentlich immer ganz nett und scharf aus. Selbst wenn sie es eigentlich nicht sind. Aber auf einem Miniquadrat auf einem Minidisplay sieht fast jedes Foto scharf aus. Instagram passt perfekt in unser Leben, das irgendwie ja jetzt so viel stressiger ist als in irgendeiner Vergangenheit, über die man redet, als wäre man schon 500 Jahre alt. Ja damals. Da hatte ich noch Zeit für dämliche Sendungen, Youtube Flechtfrisurentutorials und Telefonate mit Mama. Alles scheint ein wenig anstrengender. Oder sind wir einfach nur fauler geworden? Ein wenig bequemer? Warum 4 Stunden für einen Blogpost investieren, für den sich wiederrum nur 10 Leute die Zeit nehmen, eine Nachricht zu schreiben, wenn ich einen Instagrambeitrag in 15 Minuten auf die Beine stellen kann und dafür sogar noch mehr Herzchen kassiere. Einfacher, schneller. Ein unkomplizierter Freund eben. Ist das oberflächlich, effizient oder einfach Bananenbrot weil eben das Jahr 2016 so ist.

Mit Snapchat konnte ich mich bisher noch nicht richtig anfreunden. Ich bin jetzt alt und komme mit Veränderung und neuem Firlefanz nicht mehr so gut klar. Daher beobachte ich lieber noch ein wenig argwöhnisch, wie das so die anderen machen und frage mich gleichzeitig, ob mein Leben genügend Abenteuer und geistreiche Momente für einen Snap bietet. Ich schätze, ich habe habe Angst, dass ihr mich danach langweilig findet. Meine Stimme komisch findet und überhaupt könnte ich in einem Shitstorm zerlegt werden und suizidgefährdet auf einer weich gepolsterten Couch landen. Alles ja schon vorgekommen. Also bleibe ich vorerst noch eine Weile am Spielfeldrand stehen. Gelb mag ich ohnehin nicht besonders gerne. Und Hui Buh fand ich schon als Kind gruslig.

Der wirkliche Vorteil an den zeitintensiven Freunden ist: Es fühlt sich besser an. Irgendwie reiner. Irgendwie echter. Vielleicht, weil eben härter erkämpft. Weil es schwieriger war. So ist das eben mit den Herausforderungen, die uns begegnen. Man kann den Berg mit der Seilbahn hochfahren. Oder ihn mühsam besteigen. Beides führt zum Ziel. Wer könnte sich nun anmaßen, was an der einen oder an der anderen Sache besser wäre?

Die Aussicht von so einer Seilbahn ist herrlich. Die Füße werden geschont. Keine Blasen. Was ausbleibt? Das Gefühl am Ende der größte verdammte scheiß Held auf Erden zu sein. So ist das. Nen Haken gibt’s immer irgendwo. Einfache Freunde, komplizierte Freunde. Wir brauchen sie dann doch auch irgendwie beide. Wie sonst könnte man sonst überhaupt den einen vom anderen unterscheiden?

Ich hoffe dennoch, dass mein alter Freund hier doch noch genügend weitere Wanderfreunden begegnet, die auf Blasen an den Füßen, Rückenschmerzen und einen langen Marsch stehen. Einfach, um am Schluss die Aussicht zu genießen. Etwas wert zu schätzen. Das ist es wohl, was beschützt werden muss. Wertschätzung für die Dinge im Leben, die nicht eben mal schnell klappen. Sich Zeit nehmen. Immer wieder diese Zeit, von der wir eigentlich meist so viel mehr bräuchten. Auch wieder so etwas typisch Menschliches, oder? Immer mehr wollen. Und außerdem braucht die Welt verdammte scheiß Helden. Auch 2016. Und für immer. Und für immer sage ich sehr sehr selten.

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 Alle diese Fotos sind Teil meiner Instagramgalerie. Ihr findet mich dort unter Foxografie.

 

 

40 Kommentare

  1. Hey liebes Fuchsmädchen,
    Ich fühlte mich bei deinen Worten ein bisschen ertappt und dachte „Okay, jetzt musst du dir endlich mal wieder Zeit für Carolinas Blog nehmen!“ Zeit, die ich aber gar nicht mehr wirklich habe. Weswegen ich mir mittlerweile lieber mal einen Tag alle paar Monate nehmen, um dann wirklich richtig aufmerksam alle Blogbeiträge zu lesen und mir dann darüber auch Gedanken machen zu können – statt zu denken „Oh, sie hat wieder gebloggt, auf, auf, schnell, konsumieren!“
    Ich hab dazu ein paar verschiedene Meinungen – zum einen denk ich, dass Blogs eine ganz andere Generation zum größten Teil ansprechen. Und was soll ich sagen – diese ist absolut lesefaul. Die bekommen am liebsten alles vorgekaut – bzw fragen lieber als es vorher zu lesen, um sicher zu gehen, ob es überhaupt interessant sein könnte. (Wir hatten vor ein paar Monaten ein Filmprojekt zum Thema Brief an einer Schule, da hab ich das sehr deutlich gespürt).
    Ich wette mit dir, liest man sich irgendwelche Marketinganalysen etc. durch steht in denen mittlerweile auch drin, dass man Headlines einbauen soll, Schlagworte und sich kurz halten. Am besten noch Strichlisten, statt Text. Jeden Tag einen Blogpost, die Qualität ist egal, die Quantität steigert die Reichweite.
    Die Generation, in der wir uns befinden hat hingegen einfach gar nicht mehr die Zeit sich all die Blogs anzugucken, noch dazu wenn man eben stundenlang durch Instagram und Facebook scrollen und sich dann noch Stunden Snaps angucken muss. Ich hab mittlerweile deswegen auch extrem ausgesiebt. An besagten Tag guck ich mir nur noch deinen und zwei weitere Blogs an, weil ich mich bei dir zumindest wiederfinde und du nicht wahllos irgendwelche Produkte, Kleidungsmarken, etc. in den Raum schmeißt, sondern ich bei dir in andere Welten entführt werde – und eben auch zum Nachdenken angeregt.

    Desweiteren muss ich dazu sagen, dass Instagram bei mir deutlich an Interesse verloren hat, seit es selbst bestimmt, was du sehen sollst und was nicht. Ich scrolle noch so 10 Bilder nach unten, dann hab ich keine Lust mehr. Ich möchte selbst entscheiden, was ich sehe und das nicht von einem Algorithmus gesagt bekommen…

    Snapchat find ich super, wenn man den richtigen Leuten folgt. Das ist einfach echter. Und wenn jemand einen Filter nach dem anderen raushaut, dann hat er’s zumindest bei der App bei mir verkackt und wird nicht mehr angeguckt – dafür ist die App meiner Meinung nach nicht gedacht. Dennoch geht es mir umgekehrt oft genauso und ich snappe doch recht wenig – weil ich denke „Wen zur Hölle sollte das interessieren!“ Andererseits ist das doch egal- die Leute, die dir folgen, DIE interessiert das.

    So, jetzt wieder viel Text und keine Zeit noch die anderen Blogbeiträge von dir zu lesen 🙁
    Ich bin ein wirklich schlechter Freund.
    Fühl dich gedrückt, Füchslein.

    Das Rehlein 😉

    • Carolina

      Liebes Rehlein!

      Ich hab‘ mich gerade wirklich furchtbar gefreut, dass unter meinem kleinen Apell gegen die Lesefaulheit doch gleich postwendend ein Roman als Antwort kommt. Ich denke, ich kann mich nun beruhigt zurücklehnen, Ziel erreicht. Haha. 😀

      Die Masse ist es, die überfordert, da hast du Recht. Manche verfolgen allein auf Instagram über 300 Leute. Wie zur Hölle schaffen die das, frage ich mich da. Na klar, die Antwort ist einfach: Man tut es nichts. Entweder, man schaut sich von der Person dann doch eigentlich nichts an oder aber, man schafft nichts mehr richtig, weil man ständig nur noch mit dem Lesen von dieser und jener Person beschäftigt ist. Wir haben’s nicht leicht. Aussieben ist es auch nicht. Aber ich schätze, der einzige Weg, um wieder etwas Entspannung reinzubekommen. Ganz nach dem Motto. „Die Schokoladentafel einfach gar nicht erst kaufen“.

      Man muss nur immer selber erstmal diesen Punkt erkennen, ab wann irgendwo irgendwas zu viel ist. Und das ist die wirkliche Schwierigkeit. Gerade bei so Zerstreuungsdingen wie Instagram und anderen. Das macht ja Spaß. Ist einfach. Ein wenig wie die Bild lesen. Kostet wenig Aufwand. Leichter, als sich durch die Süddeutsche zu quälen.

      Und nein, du bist überhaupt kein schlechter Freund. Du bist ehrlich und außerdem hat allein dieser kluge Post von dir wieder bewiesen, das es doch noch lesefreudige Bergsteigerhelden gibt. Danke.

      • … und es hat sogar bewirkt, dass ich mir gesagt habe „so, heut Abend gehst du nochmal online und liest dir die anderen verpassten Blogbeiträge durch!“
        Du bist eben ein Fuchs 😉

        Das stimmt. Instagram und Snapchat ist eben auch einfach einfacher, wie du es sagst. Da muss man das Gehirn nicht einschalten. Leichte Kost vor dem zu Bett gehen bei mir, deswegen so schön einfach, alltäglich.
        Aber umso schöner ist es doch, wenn es dazu dann noch die Medien gibt, für die man sich Zeit nehmen MUSS. Weil es das wert ist. Mein Freund handhabt das übrigens ganz ähnlich mit der Bildzeitung. Er schaut online, was so die aktuellen Schlagzeilen sind und liest dann in der Tagesschau die Dinge nach, die am größten geheadlined waren oder die in interessiert haben 😀
        Ich folge dir ja auch bei Instagram und weiß so immer: Dem Füchsle‘ gehts gut! Und bald verbring ich wieder mehr Zeit mit ihr! 😀

        • Carolina

          Oh, das sind magische Fuchsfähigkeiten. 😀

          Wow, vor deinem Freund habe ich den allergrößten Respekt. Daran müsste ich auch mal noch arbeiten. Manchmal fühle ich mich schon ein wenig uninformiert. Ich glaube, ich wäre die Letzte, die mitbekommen würde, wenn die Queen nach Nürnberg kommen würde.

  2. Ich muss auch sagen, dass dieser Post wieder sehr schön ist 🙂 Seit der schriftlichen Prüfung bin ich persönlich wirklich sehr faul geworden mit meinem Blog.. vor den Prüfungen hab ich so gut wie gar nichts gepostet im April und nun verschiebe ich diese Pläne (und ich hab viele Pläne für viele neue Postings) immer wieder nach hinten.. Es nervt mich selbst sehr, doch ich kann einfach nicht anders.. Ich bin so ausgelaugt, hab Zeit für eigentlich gar nichts so richtiges und ich ärger mich selbst für meine Unmotivation, aber nächsten Monat hab ich etwas länger Urlaub, vllt finde ich meine Kreativität dann auch wieder.. 😀
    ganz liebe Grüße,
    Nadja <3

    • Carolina

      Ich weiß genau was du meinst. Immer mehr Dinge, die man machen möchte oder macht. Von allem etwas, aber irgendwie nix g’scheit. Ich glaube, man muss da einfach riguros ein paar Dinge weglassen. Auch wenn man glaubt, das muss sein. Sich auf weniger konzentrieren, dafür aber richtig, das macht zufrieden.

      • Das stimmt wohl.. Ich möchte meinen Blog schreiben, fotografieren, die Bilder bei Facebook posten, Videos bei Youtube gucken, vllt mal wieder selbst ein Video machen, DVD’s gucken ins Kino gehen, Bücher lesen, bei guten Wetter unseren Pool nutzen, mit Freunden grillen oder andere Sachen machen, ebenso mit meiner Familie.. tja glücklicherweise ist das Lernen jetzt vorerst eingestellt, bis Mitte Juli ca., denn da muss ich anfangen für die mündliche Prüfung zu lernen.. Aber ich arbeite auch 40std. die Woche, manchmal noch am Wochenenden und ich will mich darüber gar nicht beklagen, bin froh eine Arbeit zu haben und es gibt weitaus schlimmere Arbeitszeiten, aber Freizeit ist wirklich begrenzt und dann wird man vor lauter Stress noch krank und fällt komplett aus (das war/ist seit Sonntag bei mir der Fall gewesen – Sommergrippe ließ grüßen).. Aber man muss dann glaub ich von sich aus einfach gucken was einem wirklich wichtig ist..
        Youtube gucke ich nur noch, wenn nichts anderes mehr anliegt, da nehm ich mir mal einen Tag Zeit und dann schau ich einige Videos (jetzt so krank auf dem Sofa bei miesem Wetter war es eigentlich echt perfekt) und mit den anderen Sachen… Man muss einfach gucken was wann am besten rein passt..

        Hachja.. jetzt hab ich wieder so viel gelabert, um eigentlich das zu sagen was du schon gesagt hast und ich auch in meinem ersten Kommentar.. aber gut.. 😀

        • Carolina

          Deine Aktualitätenbeschreibung kommt mir ziemlich bekannt vor. 😀
          Man braucht da manchmal Menschen in seinem engsten Umfeld, die einem voller Bestimmheit und Liebe sagen: „Du hast einen Dachschaden. Jetzt ist mal Schluss. Heute machst du nix‘ mehr“.

          Trotz allem. Es gibt eben auch Keinzuckerschleckenphasen. Da muss man sich durchbeißen. In diesen Phasen lernt man aber auch bestens, auszusortieren. Ich konnte früher nur schwer einen Fokus setzen. Jetzt lerne ich das immer besser. Weg mit dem, was unnötig ist. Und diese Eigenschaft beibehalten auch für die Zuckerschleckenphasen.

          • Jaaa.. noch wohne ich auch noch zuhause und meine Mama scheucht mich dann abends auch mal zu Bett und sagt „Jetzt ist Schluss!“.. Außerdem wird mir auch oft gesagt was ich unbedingt noch machen muss.. Es nervt mich ziemlich oft, aber man will mir damit ja auch nur helfen den Überblick zu behalten.. obwohl einiges manchmal auch echt unnötiger und unwichtiger ist, als das was ich sonst regeln muss.. -.- _D

            Das mit dem aussortieren muss ich auch unbedingt noch besser lernen.. und ich hab Spaß mit Snapchat etc., aber wenn ich darüber nachdenke dann klaut mir diese App auch bestimmt ne Stunde am Tag.. gut meistens in der Mittagspause und vorm schlafen gehen.. Aber dennoch..

          • Carolina

            Ich finde Instagram ja auch richtig schön. Und auch Snapchat ist oft lustig – und es ist so interessant, den Menschen zu hören und all die Gestik und Mimik. Das kann man natürlich mit Bildern und Text sehr gut kaschieren. 😀

            Nur muss ich natürlich als alter Lyrikerliebhaber von Zeit zu Zeit eine Lanze für das geschriebene Wort brechen.

  3. Hallo Carolina,

    ich kenne die „alten Zeiten“ des bloggens nicht ( welch schlimmes Wort ), ich habe es auf meinem Blog aber nie anders kennengelernt, als das kaum Kommentare zurückkommen. Das mag an den Themen liegen, die vielleicht zu uninteressant sind oder es gibt einfach nichts zu sagen.
    Ich schreibe trotzdem weiter. Wenn jeder Artikel, der nicht fachlicher Natur ist, nur 10 Menschen gefällt und diese etwas damit anfangen können, habe ich bereits etwas erreicht und freue mich. Könnte ich so schön schreiben wie Du, wären es vielleicht auch mehr Leser. Dein Blog ist immer eine Auszeit aus der Realität hinein in die wunderbare Welt der Worte. Aber auch ich schreibe nicht immer ein Kommentar zu Deinen Texten, da ich lange nicht immer etwas zu sagen habe. Und was hast Du von Kommentaren ohne echten Inhalt? Also nicht verzagen, es gibt Leser, die Deine Texte genießen aber im Hintergrund bleiben 😉
    Instagram, nun ja. Könnte man von dem normalen Rechner dort Bilder ablegen und würde es keine Selektion geben, wie ich es gelernt habe, könnte es vielleicht interessant sein. Die rechtliche Seite ist noch eine andere und verdirbt mir das restliche Interesse. Somit würde ich meine Bilder auf Plattformen ähnlich der Photocommunity einstellen oder eben in meinem Blog. Schade eigentlich. Und Sprache? Diese wird auch auf meinem Blog erscheinen in Form von gelesenen Beiträgen. Ob es sich jemand anhört bleibt abzuwarten.
    Am Ende stellt sich die Frage, wozu der ganze Aufwand. Manchmal ist für mich ein Tee und eine Leckerei mit einem Buch doch die bessere Wahl als die Frage nach der Anzahl der Leser in meinem Blog.
    Und zum Schluß muß ich einfach noch sagen; Deine Frisur auf dem letzten Bild ist wunderschön !

    Liebe Grüße von
    Kati

    • Carolina

      Ein guter Punkt, Kati. Du hast Recht: Manchmal gibt es wirklich gar nichts zu sagen. Und wenn ich ehrlich bin, schreibe ich auch nicht unter jeden Beitrag, jedes Foto und jeden Text eine Nachricht. Bestimmt spielt auch ganz viel Ego mit rein, dass vollkommen entrüstet nach mehr Aufmerksamkeit verlangt. 😀

      Danke für die guten Ansichten und danke für’s Lob zur Frisur. Da hatte ich doch mal wieder Zeit gehabt für ein Youtubeflechtfrisuren Tutorial. #dasiehstemal

  4. Danke für diesen wunderbar wahren Post! Ich ertappe mich in letzter Zeit öfter dabei, dass ich lieber stundenlang durch Instagram scrolle und Herzchen verteile, bevor ich einen Kommentar auf einem Blog hinterlasse. Geht eben einfach schneller und ist so schön unkompliziert. Dabei freue ich mich selbst eigentlich auch viel mehr über ehrliche Kommentare zu Beiträgen, die ich mit viel Mühe getippt habe.

    • Carolina

      Das geht nicht nur dir so. Ich schreibe ja auch immer ein wenig nicht nur, weil ich Dinge um mich herum beobachte, sondern auch Dinge, die ich an mir selbst beobachte. Dieser Post ging an uns alle. Alle und an mich auch.

  5. Kathrin

    Liebe Carolina,

    ich denke in diesem Blogpost erkennt sich jeder wieder. Der faule Schweinehund den es jeden Tag aufs Neue zu besiegen gilt. Ich nutze diesen Blogbeitrag mal um dir Danke zu sagen, Danke für all die Jahre in denen du uns mit diesen wundervollen Beiträgen und Bildern versorgt hast. Allerdings tun das viele Blogger, aber dich, dich ganz besonders zeichnet aus, dass du jeden Kommentar liest dir Gedanken machst und uns an deinen Gedanken teil haben lässt. Ohne Show, ohne Bilder mit teuren Handtaschen. Deine Blogposts haben immer etwas reines, etwas als würden Sie direkt aus deinem Herzen sprudeln und das, das Liebe ich so an jedem einzelnen. Also bitte, bitte höre nicht auf uns zu begeistern und mitzunehmen in deine Gedankenwelt.
    Liebste Grüße Kathrin

    • Carolina

      Liebe Kathrin. Ich schwöre dir, ich hatte eine Gänsehaut, weil deine Nachricht hier so wunderschön ist. Ich kann gar nicht mehr sagen, als ein kleines Danke zurückzugeben. Weil meine Leser so lieb sind, so klug und es hier niemals böse Worte gibt.

      Glückliche Fuchsgrüße zurück an dich.

  6. Liebe Carolina,

    als ich deinen Text gelesen hab, hab ich mit dem Kopf genickt. Ich selber hab mich bei Instagram nur deswegen angemeldet, weil so viele Blogger in diesem Medium soviel mehr von sich schreiben als auf ihren Blogs. Das Blatt hat sich tatsächlich gewendet, die schnellen Informationen scheinen wichtiger zu sein, als die poetischen durchdachten Worte. Jedes Mal, wenn du gebloggt hast, nehme ich mir bewusst Zeit deine Texte zu lesen. Sie beinhalten immer Wahrheiten, immer soviel Gefühl, sie berühren mich an vergrabenen Stellen oder rütteln mich wach.

    Wenn du mich fragen würdest, würde ich sagen, dass beide Freunde im Leben gleichwichtig sind. Zeitintensive und unkomplizierte Freunde. Es gibt an jedem Tag die Zeit für beide Seiten. Wir müssen sie uns nur nehmen. Wir müssen das, was wir als wichtig erachten, auch wichtig nehmen, ihm Prioritäten freiräumen. Denn das tun wir viel zu selten. Das Gefühl, soviel wie möglich konsumieren zu müssen lässt die wirklich wichtigen Dinge, die zeitintensiven Dinge, in den Hintergrund rücken.

    Danke, dass du mir immer wieder fünf Minuten am Tag gibst, wo ich mal nur in deinen Worten bin und über mich selber nachdenken kann. Ich vergesse auch oft zu kommentieren, weil ich deine Blogs z.B. in meiner Mittagspause lese – als tatsächliche Pause vom Alltag (so geschehen mit deinem letzten wundervollen Beitrag!) aber hier und heute hatte ich mir fest vorgenommen, abends zu kommentieren, dir ein zustimmendes Nicken, ein Lächeln und ein „Bitte bleib ein zeitintensiver Freund und bitte lass mich dein Wanderfreund sein.“ hier zu lassen.

    Liebst, Ziska.

    • Carolina

      Ziska, so so schön. Ich danke dir. Und ich bin wirklich froh, diesen Beitrag geschrieben zu haben. Ich hatte ihn schon sicher ein halbes Jahr im Kopf und irgendwie habe ich ihn Monat um Monat vor mir hergeschoben. Irgendwie schwwer in Worte zu packen. Ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu schreiben. Das war schwer. Und ich wusste nicht, ob ihr das nicht ganz ganz anders seht als ich.

      Aber nein, ich sollte mehr Vertrauen haben. Vor allem in meine wunderbaren Leser hier. Ich mag es hier – mit euch und wegen euch. Und ja, bitte bleib‘ mein Wanderfreund. ♥

  7. Ich bin dabei, wandern klingt gut. Letztlich heißt es doch auch eher „Weißt du noch, wie du auf halbem Weg in die Pfütze gekullert bist?“ oder „Wir hätten uns da fast im Wald verirrt“, und nicht nur „Ja, die Aussicht war sehr schön.“ Klar, ist auch wichtig, aber auf dem Weg dahin gibt es mehr zu sehen und ich denke, es gibt mehr Blogposts, an die ich mich gut erinnere, als Instagram-Fotos. Auch wenn’s eine feine Sache ist, will ich nicht leugnen – ich mag deinen Instagram-Account auch unglaublich gerne – aber ich bin froh, dass auch hier immer mal wieder ein paar Worte auftauchen. Irgendwie ist das nochmal was anderes, zum Nachdenken und einen Moment innehalten, statt bloß schnell durchs Feed zu scrollen. Danke dafür! 🙂

    Alles Liebe,
    Mara

  8. Kim

    Ich liebe zwar Bilder, vor allem, weil sie so viel ausdrücken können, was man manchmal mit Worten überhaupt nicht beschreiben kann! Aber dennoch muss ich sagen, dass ich die Welt der Wörter, Texte, Bücher, diese Welt mag ich am liebsten. Die verschiedene Art und
    Weise, wie sich Menschen über Geschriebenes ausdrücken ist einfach faszinierend.
    Es gibt welche, die reißen dich mit und es gibt welche, da überfliegst du nur die Texte, weil du schon beim Lesen merkst, da steckt irgendwie nichts Echtes hinter. Du, meine Liebe, du schaffst es jedes Mal, dass ich weiter lese. Und deswegen freue ich mich auch jedes Mal, wenn wieder ein Blogpost von dir erscheint. Die Zeit nehme ich mir dann auch sehr gerne 🙂

    • Carolina

      Ich liebe sie auch beide. Bilderwelelten – und die geschriebenen, bei denen der Kopf den Rest dazu malt.

      Und vielen vielen Dank. Es macht sehr stolz und glücklich zu wissen, dass ich anderen eine Freude machen kann!

  9. Ronja

    Jetzt fühle ich mich aber doch mal dazu aufgefordert meinen Senf dazuzugeben. 😉 Ich bin grundsätzlich immer eine stille Mitleserin, egal auf welchem Blog und leider auch wenn mich ein Post mal richtig gepackt hat. Das liegt dann allerdings nie am Inhalt sondern an mir und meiner „gefühlten“ Unfähigkeit die richtigen Wörter für einen Kommentar zu finden. Solche die die gleiche Aussagekraft haben wie die Wörter der Autoren.

    Aber was ich eigentlich sagen möchte … deine Bilder gefallen mir unglaublich gut und deshalb sehe ich sie auf Instagram und auch hier so gerne an. Trotzdem sind es Post’s wie dieser, die mich bewegen und zum nachdenken verleiten. Mit deiner einzigartigen Art zu schreiben weckst du Emotionen und Bilder in den Köpfen deiner Leser die für einen kurzen Moment den Alltag unwirklich erscheinen lassen. Also keine Angst, ich glaube es gibt noch genug Leser die gerne mit dir zusammen den Berg erklimmen. 🙂

    LG aus Hamburg von Ronja

    • Carolina

      Liebe Ronja.

      Inzwischen bin ich unglaublich glücklich darüber, diesen Post verfasst zu haben. Nicht nur, weil so ich so viele tolle und kluge Nachrichten erhalten habe, die mir gezeigt haben, dass die Lage doch gar nicht so dramatisch ist vielleicht. (zumindest hier) Sondern auch, wegen ein paar neuer Gedanken. Nicht immer, gibt es unbedingt etwas zu sagen. Manchmal ist es gut so und es muss nicht immer ein Senf dazu. Und auch der Gedanke, nicht die passenden Worte finden zu können oder einfach nur der Angst davor – diesen Gedanken hatte ich bisher gar nicht.

      Ich sage also danke – vor allem an meine stillen Leser, die sich mal kurz raus gewagt haben und ihre Wanderstiefel gezeigt haben, die sie ja schon die ganze Zeit über anhatten. Ich hab’s bloß nicht gesehen.

  10. Hm, wie kann ich das jetzt abonnieren oder wenigstens liken?
    Bin wohl auch schon alt, jedenfalls nicht in der Lage, das vom Telefon aus auf die Kette zu kriegen.
    Und zum Lesen der ganzen Kommentare habe ich mir jetzt auch keine Zeit genommen – muss morgen früh raus und will noch etwas Zeit zum Schlafen abknapsen.

    Ob ich denn wohl, wenn ich denn nun folgen könnte wie ich wollte, die Zeit zum regelmäßigen Lesen hätte?
    Wohl eher nicht, wenn ich ehrlich bin und bedenke, dass ich von den Blogs, denen ich bisher folge, in der letzten Zeit nur noch von dreien ausgewählte Artikel gelesen habe. Zu viel anderes habe ich um die Ohren und nach wie vor hat der Tag nur 24 Stunden. Verdammter Mist!

    Wie mache ich es nun, weniger Blogs folgen und dort intensiveren Austausch pflegen und die anderen Abos kündigen? Sind die dann nicht beleidigt? Und ich finde es ja auch inhaltlich oder qualitativ nicht weniger schlecht.

    Ich glaube, ich behalte es bei wie bisher: Neuen interessanten Blogs mit Begeisterung folgen, bis das Thema für mich ausgelutscht ist und dann das Abo beibehalten, dadurch klammheimlich zur schweigenden Mehrheit überlaufen.
    Als Leser darf ich Karteileiche sein; Lesen war schon immer die passive Rolle.

    Jetzt habe ich inzwischen vergessen, wonach ich eigentlich gesucht hatte. Wird wohl nicht so wichtig gewesen sein. ^^

    • Carolina

      Jaja, das kennen wohl einige. Der Tag müsste bei vielen nicht unbedingt wegen der Arbeit / Schule / Haushalt mehr Stunden haben, sondern weil ja noch zum „normalen“ Leben, all die sozialen Netzwerke hinzukommen, in denen man aktiv sein muss / will. Da müsste ein Tag wirklich öfter mal 35 Stunden haben. Oder man lässt den Schlaf weg. Obwohl auch keine Option. Daher: Es hilft manchmal nur kürzen.

      Und ja, irgendeiner ist immer beleidigt. Entweder der Freund, weil man wieder ewig in Snapchat hängt. Die Freunde, weil man so müde ist nach der Arbeit und das Treffen absagt (nachts kaum geschlafen, wegen Online Shopping) oder die Bloggerin XY, die man schon seit Ewigkeiten irgendwie langweilig findete.

      Ich versuche diese Sache ja auch immer: Es allen irgendwie Recht machen. Jeder soll ja glücklich sein, oder? Aber ganz ehrlich. Es klappt nicht. Am Ende sind vielleicht alle glücklich, aber man selbst nicht. Das ist dann der Oberzonk. Nee, dann lieber regelmäßig ausmisten. Kräfte bündeln. Aufteilen in wichtig und für’n Arsch.

      Was ich eigentlich sagen will, auch inzwischen vergessen. 😀 Ich denke, du verstehst.

      P.S. Danke, für deine Zeit hier.

  11. Mai

    Bloggen. Witzig, dass ich hier gelandet bin. Tatsächlich komme ich nur hin und wieder hierher und frage mich danach oft genug, wieso eigentlich.
    Zuerst dachte ich, dass ich gestern erst was ähnliches gedacht habe. Am Ende dann doch nicht ganz, aber ja, wenn man schreibt, hat man irgendwie gewisse Erwartungen. Man schreibt gerne, weil es einem Spaß macht und ist dann hinterher dennoch enttäuscht, wenn die Resonanz eher gering ausfällt (im Vergleich zum Aufwand, den ja sowieso keiner sieht).
    Das mit den Gedanken und dem Schreiben ist so seine eigene Geschichte. Aber am Ende des Tages steht man immer wieder da und schreibt wieder. Einfach weil es erfüllend ist. Für einen Selbst und für die Anderen ebenfalls!
    Ich komme wieder öfter und begleite dich auf deinem Weg. Du schreibst einfach zu schön (wenn ich das mit mir vergleiche :’D), um doch einfach stehenzubleiben!
    Ganz liebe Grüße!

    • Carolina

      Ja du hast Recht. Am Ende, da macht man die Dinge, die man mag immer und immer wieder. Einfach wegen dem Mögen. Und klar, jede Nachricht zum Text, jedes Feedback ist wie ein kleines Belohunsleckerli. Das fühlt sich gut an. Aber so oder so muss man eben das machen, was man mag. So oder so freue ich mich aber sehr, wenn du wieder kommst. Leckerlis sind eben toll.

      Ganz liebe Grüße zurück.

  12. Ich bin gerade durch Zufall auf das alles hier gestoßen – die allseits bekannte Langeweile war mal wieder Schuld an allem. Aber ich bin froh darüber, denn mir gefällt, was ich hier gelesen habe.

    Es ist einfach wirklich so, dass die Welt immer praktischer werden möchte und dann wird sich aber beschwert, dass doch „früher alles besser war“. Na, was nun? Die Menschheit ist teilweise schon ein merkwürdiges Völkchen. Doch das Ende hat mich besonders berührt; die Welt braucht Helden! Sind wir nicht alle irgendwie Helden?

    Liebe Grüße! 🙂

    • Carolina

      Obwohl man aber auch fairerweise sagen muss, dass dieses „früher war alles besser Ding“ nichts mit unserer Zeit zu tun hat. Das wurde schon zu Sokrateszeiten genau das Gleiche gesagt. 😀

      Aber ja, wir sind wirklich ein merkwürdiges Völckchen. So unlogisch Unvorhersehbar. Voller Helden und Nicht-Helden.

      Liebe Grüße an dich zurück!

  13. Ich muss sagen, dass ich das Interesse an Instagram ziemlich schnell verloren habe. Wie du schon schreibst, erschienen mir die Posts im Vergleich zum Blog so oberflächlich und zu leicht verdient. Und ich hatte das Gefühl, dass auch die Wertschätzung viel geringer ausfiel. Was sind schon 100 Herzchen gegen einen ehrlich gemeinten und mühevoll getippten Kommentar? Und wie viele davon sind überhaupt ernst gemeint? Manchmal habe ich mich richtig schlecht gefühlt, als hätte ich mich zu billig verkauft, nur für ein bisschen Aufmerksamkeit. Noch schlimmer fand ich den Druck, wirklich regelmäßig etwas weltbewegendes zu posten, um nicht in dieser Bilderflut unterzugehen.
    Da schreibe ich doch lieber für eine Handvoll Leser und zwar dann, wenn ich auch wirklich was zu sagen habe. Schade, dass ich dafür schon lange keine Zeit mehr gefunden habe. Dann brauche ich wieder Blogs wie deinen, der mich zum Nachdenken anregt und die Lust zum Schreiben weckt. Ich hoffe du hörst niemals damit auf. =)

    Viele liebe Grüße, Cindy

    • Carolina

      Du bringst es auf den Punkt. Also, nicht damit ich mich falsch ausdrücke. Ich mag Instagram. Ich nutze es gerne. Parallel. Für seinen bestimmten Zweck. Auf seine Weise eben. Nur ist es eben auch nicht mehr oder sollte es das nicht sein. Wie du schon so schön schreibst, ist es schnell und einfach. Schnell und einfach sollte aber nie das einzige Ziel sein. Finde ich.

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