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Einen wundervollen Donnerstag an alle #2412

Kein Tag im Jahr erweckt in mir zwiespältigere Gefühle als Weihnachten. Es ist eine alljährliche Hassliebe.
Ehrlich, ich liebe Weihnachten. Oder besser gesagt: Ich liebe das Bild in meinem Kopf von Weihnachten. Mein Bild von Weihnachten ist eine vierwöchige Zeit voller Liebe. Wundervoll geschmückte Innenstädte. Ich habe schon zwei Wochen vorher alle Geschenke zusammen. Jedes passt haargenau zur Person. Alle sind liebevoll nach Pinterest Standard verpackt. Frank Sinatra begleitet mich den ganzen Tag und klopft mir mit väterlichem Blick auf die Schulter. Und am 24. Dezember sitzt die ganze Familie friedlich um den Weihnachtsbaum zusammen. Bildende.

Die Realität ist: Ich bestelle auf den letzten Drücker online. Express Versand ist mein bester Freund in dieser Zeit. Was für ein dämliches Wort ist eigentlich „besinnlich“! Ich kann nicht in die Innenstadt, denn plötzlich hasse ich Menschen. Mein Kontostand zeigt mir ab dem fünften Geschenk den Mittelfinger. Meine Geschenke sehen aus, als hätte es ein Kindergartenkind eingepackt (Mit den Füßen). Wenn ich noch einmal „Last Christmas“ höre,  möchte ich mich oder wahlweise die Person neben mir mit einer Frank Sinatra CD erschlagen. Am 24. Dezember gibt es spätestens um 13 Uhr den ersten Familieneklat. Meistens schon einen Tag vorher.

Und jedes Jahr frage ich mich auf’s Neue: Warum freust du dich dann trotzdem jedes Jahr? Ist das eine Art Weihnachtsmasochismus? Ist das Unbelehrbarkeit?Kann ein Tag, auf dem schon Wochen im Voraus tonnenweise Erwartungen lasten überhaupt gut werden?
Ja kann er.  Das habe ich beschlossen (vor 5 Minuten). Ich nehme das Bild in meinem Kopf, werfe es in meinen gedanklichen Mülleimer (jetzt), freunde mich mit meinen hässlich verpackten Geschenken an, trinke stattdessen ein Glas Wein mehr und freue mich einfach nur so.  Nicht, weil Weihnachten ist. Nicht, weil es Geschenke gibt. Oder weil man das heute muss. Sondern einfach so. Zum Beispiel, weil heute Donnerstag ist. Die Sonne geschienen hat. Und weil der kleine Bruder heute für alle kocht.

Also, habt alle einen wundervollen, unbesinnlichen Donnerstag. (Und ja, ich liebe Weihnachten wirklich).
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Foto: Foxografie

 

 

6 Kommentare

  1. Fröhliche Weihnachten wünsche ich dir.
    Ich mag Weihnachten dieses Jahr so gar nicht. Es ist viel zu warm. Außerdem war irgendwie alles viel stressiger als sonst.
    Hab noch ein paar besinnliche Feiertage liebe Carolin.

    Liebste Grüße,
    Josie

  2. Weihnachts-masochismus .. Ich kann nicht mehr! Du hast das wunderschön auf den Punkt gebracht!
    Zwar ists bei uns tatsächlich meist besinnlich und Streitereien traut man sich an diesem Tag in einer zwei-Personen-Familie auch nicht…

    Aber ich muss Josie zustimmen grad dieses Jahr konnte mich noch nicht mal dieses tolle Weihnachtsbild im Kopf in Stimmung bringen und wann immer es geht schieb ichs gern aufs Wetter 😀

    Liebe Grüße und nen guten Rutsch 🙂

  3. T.

    Last-Minute-Stress, Streit mit Mama, wettertechnisch alles andere als weisse Weihnacht, ein Geschenk, über das man enttäuscht ist oder das man verschenkt und das nicht gut ankommt, irgendwas das nicht so klappt, wie geplant, z.B. das Essen…
    Diese Dinge gehören für mich inzwischen irgendwie auch zu Weihnachten, weil sie sich einfach nicht vermeiden lassen. Ich finde das ist alles kein Grund sich die Feststimmung vermiesen zu lassen. Und wenn doch, dann macht man es sich nur selbst schwer.
    Hoffe, du hattest ein schönes Fest! Oder einen schönen Donnerstag, Freitag und Samstag!

    • Carolina

      Das hast du gut gesagt. Glaube du hast recht, all das Chaos und Drama ist irgendwie Teil von der ganzen Weihnachtssache.

      Ja, es war ein ganz besonders schöner Donnerstag, Freitag und Samstag 😀

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