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Luftballontage

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Der erste Post im neuem Jahr für mich. Und der fällt mir gar nicht so leicht ehrlich gesagt.
Eigentlich wollte ich im neuem Jahr mit etwas Funkensprühendem beginnen. Eigentlich. Fulminant sollte es sein. Etwas Großes eben. Und wie das dann immer so ist mit diesen fulminanten Starts, irgendwie ist da plötzlich nichts als große Leere.

Es gibt Tage, da muss ich mir ständig eine neue Idee, ein neues Thema auf einem Zettelchen, einem abgerissenem Stück Serviette oder einem zerknüllten Kassenbon notieren. Sonst ist es nämlich wieder verschwunden. Der fabelhafte Gedanke. Verschwindet so schnell wie er gekommen ist. So wie Sommerferien, selbstgemachter Rhabarberkuchen und Kirschblüten im April. Man muss sich beeilen, wenn man nicht am Ende mit der verpassten Gelegenheit dastehen möchte. Immer alles aufschreiben hat mir schon meine Uromi geraten. (Gut, damit meinte sie eher Einkaufszettel, was ich leider bis heute jedes Mal vergesse.)

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Neben diesen kunterbunten Ideentagen, gibt es aber auch die anderen Tage. Luftballontage. So fühlt sich dann mein Kopf zumindest an. Voll ist er, aber mit nichts Greifbaren. Als wären alle Gedanken gerade unterwegs. Vielleicht in den Sommerferien. Man versucht zu graben – hört tief in sich hinein – und dort, wo sonst ständig eine Antwort, eine Idee oder ein Thema, das einen beschäftigt, auf einen zugerannt kommt, da bewegt sich an den  Luftballontagen einfach mal nichts. Wirklich gar nichts. Als wäre jemand mit einem riesigen Besen einmal quer durch den Kopf gestapft und alles leergefegt. An Luftballontagen fühlt sich der Kopf auch ein klein wenig an wie in Watte gepackt.
Früher haben mir Luftballontage eine Heidenangst eingejagt.
Na toll, dachte ich mir. Jetzt ist es vorbei mit der Kreativität. Jetzt fällt dir langsam nichts mehr ein. Aus vorbei. Aber das ist nicht so, ganz im Gegenteil. Denn wenn die Gedanken aus den Ferien zurückkommen, dann meist mit fabelhaften Dingen im Gepäck. Lauter schöne Souveniers, die ihnen auf ihrer Reise unterwegs begegnet sind. Jeder braucht eben mal Urlaub. Vor allem der Kopf.

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Wo wir schon von Urlaub sprechen: Was es in dieser Sekunde auch nicht leichter macht ist die Tatsache, dass ich gerade auf der Couch sitze und mit dem linken Ohr dem tobendem Wind und der Meerbrandung zuhöre. Auf dem rechten läuft First Aid Kid. Während ich diese Zeilen also tippe – auf besagter Couch – befinde ich mich auf einer Finca in Fuerteventura und versuche unter Aufbringung aller mentalen Kräfte ein wenig Winterstimmung aufkommen zu lassen und mich gleichzeitig mit meinem Luftballontag zu arrangieren. Offen gestanden könnte der Winter gerade aber nicht ferner sein. Kaum zu fassen, dass die Bilder gerade erstmal vor einer Woche entstanden sind.

Was ist also nun mein Fazit für diesen ersten Beitrag des neuen Jahres? Gibt es zumindest ein finales großes Abschlusswort. Einen runden Schluss? Ich könnte jetzt so etwas vermeintlich kluges sagen wie „Jedes Ende ist auch der Anfang von etwas Neuem“, aber dann fällt mir gleich als nächstes so etwas ein wie „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“. Und spätestens jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich meinen letzten Schluck frisch gemachten Smoothie zu mir nehme, den Laptop zuklappe, mich zu einem Lieblingsmenschen geselle und den Luftballontag Luftballontag sein lasse. Einfach so.

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Text
// Foxes & Fairies //

Fotos
// Foxografie //

39 Kommentare

  1. Ach ja, diese Tage… Ich erinnere mich an einen Post, da habe ich geschrieben, dass mir gerade nichts einfällt. Das war wirklich so, die Bilder lagen seit einem Monat bearbeitet rum und ich wusste einfach nichts damit anzufangen. Und dann habe ich geschrieben, dass ich keine Ahnung habe, aber das ist vielleicht auch nicht so schlimm, und dieses und jenes – und im Endeffekt war es erstaunlich, wie viel mir auf einmal einfiel, obwohl da doch eigentlich gar nichts gewesen war.
    Irgendwann kommt es einfach wieder. Und wenn nicht, dann schreibt man drüber und siehe da, ein fantastischer Luftballontage-Post. Es geht doch. ;D
    Ich wünsche dir noch eine fabelhafte Zeit – bitte, grüß die Sonne von mir, ich hab sie schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen.

    Alles Liebe,
    Märchenkind

    • Carolina

      Genau so ist es. Ich habe mir sogar am Schluss auf die Schulter geklopft und gesagt: Aus nichts einen ganzen Post verfassen und dafür noch einen schönen Namen finden. Muss man auch erstmal schaffen. 😀
      Ich werd sie grüßen, versprochen!

  2. Was ein schöner, menschlicher, natürlicher Post.. <3 du hast es geschafft dieses Thema dieser bestimmten unkreativen Tage klasse in Worte zu packen.. 😀 Gefällt mir sehr gut!
    Das Meer hab ich gestern auch rauschen gehört.. allerdings ist bei mir das Meer auch nur 20min von der Haustür entfernt und somit war es ganz bestimmt um einiges kälter, als momentan bei dir. 🙂
    Ich wünsche dir einen fabelhaften Urlaub, dass du auch viele, tolle Gedanken sammelst und freue mich 2015 auch weitere schöne Posts von dir zu lesen.. so jetzt lass ichs aber gut sein, klingt ja fast schon geschleimt, was ich hier fabriziere.. Oo 😀 Ich muss zu Bett.. Gute Nacht! 😀
    Liebe Grüße,
    Nadjaaaa

  3. Oh dieser Text ist wunderbar geschrieben. Das Wort
    „Luftballontage“ ist einfach genial. Das sind Tage, da
    geht einfach gar nichts, alles liegt oder schwebt irgendwo
    herum.
    Die Fotos sind ein Traum *____*

  4. Du bist wirklich so eine süße Zuckermaus! Mit wunderschönen Bildern, einem wunderschönem Lächeln und super tollem Text! Hach ja, die Luftballontage. Die kenne ich zu gut. Und komischerweise scheinen die Gedanken oft genau dann in die Ferien gegangen zu sein, wenn sie das meiner Meinung nach absolut nicht hätten tun sollen. Aber es stimmt, oft kommen sie mit den schönsten Souvenirs im Gepäck zurück. Nicht immer aber oft. Ich hoffe deine Luftballontage gehen schnell wieder vorbei und du kannst deinen Urlaub in vollen Zügen genießen! 🙂

    Allerliebste Grüße, Hanna von https://hanna0irresolutely.wordpress.com

    • Carolina

      Oh wie lieb, Hanna. Sehr sehr liebe Worte, das geht runter wie warme Nutella auf Buttertoast. 🙂
      Naja, vielleicht muss man im Urlaub auch einfach ein paar Luftballontage haben. Gut so, wenn der Kopf auch mal abschalten kann. 🙂

  5. V

    Ich liebe deine Schreibweise und auch deine Fotos, da kann man nicht genug von kriegen.
    Luftballontage kenne ich zu gut, gerade wenn man produktiv sein will und vllt auch muss, da kommen die ganz ungelegen, aber manchmal tuts auch gut und vorbei gehts sowieso wieder!

    Liebe Grüße <3

    • Carolina

      Genau so ist es. Da will man UNBEDINGT – und es geht einfach mal 0,0. Naja, zuklappen, weitermachen und lockerlassen. Ich habe gelernt, das bei solchen Dingen mit Druck überhaupt nichts geht.

  6. oh ja, die luftballontage! gut umschrieben hast du die… 😉
    ich kenne das… manchmal sprühe ich vor lauter ideen und will am liebsten immer alles direkt umsetzen! und an anderen tagen habe ich plötzlich bspweise gar keine lust mich mit dem blog zu beschäftigen oder ähnliches… einfach nur decke über den kopf und fertig. manchmal hilft selbst das nicht. jaja, ich glaub, so geht es uns allen manchmal! wenigstens ein kleiner trost 🙂 und manchmal kann man solche luftballontage sogar richtig genießen! das macht dann spaß! hehe
    liebste grüße,
    maze

    • Carolina

      Genau das ist es – ein Trost, das das nunmal jedem passiert. Selbst Pablo Picasso hatte sicher Luftballontage. 😀
      Das ist auch gut so, kein schlechtes Gewissen notwendig, manchmal kann sich einfach alles dahin scheren, wo der Pfeffer wächst. 😉

  7. Oh, ich kenne diese Luftballontage nur allzu gut! Im Moment leide ich da auch immer häufiger drunter. Oder es ist eine Mischung aus diesen Ideen, die kommen und gleich wieder gehen und ganz viel Hohlraum in meinem Kopf. So richtig kreativ sein schaffe ich in letzter Zeit jedenfalls nicht.
    Viel Spaß noch auf Fuerte Ventura und sei froh, dass du dem Winter erst mal entkommen bist. 😀

  8. Was für ein wunderbarer Beitrag, Carolina! Du verzauberst mich immer wieder. Und ich finde, der Beitrag war genug kreativer Erguss für einen Tag, du hast es nämlich genau auf den Punkt gebracht und das muss man auch erstmal schaffen.

  9. Anne

    Hach, du schreibst so toll!!
    Deine Fotografien sind fantastisch – aber in deine Texte kann man sich einfach nur verlieben. 🙂
    Hach ja…<3
    Einen schönen Urlaub noch liebe Carolina! 🙂
    Liebst, Anne

  10. Oh, wie schön diese Bezeichnung doch ist.
    Luftballontage… das gefällt mir gut. Ich kenne das auch, aber konnte es bisher nicht so konkret in Worte fassen.
    (und dein Ende ist gelungen- zumindest hast du mich mit dem Wurst-Spruch zum Lachen gebracht, weil das so frei-raus und bauchgefühlsmäßig rüber kam. =
    Frohes neues Jahr nochmal 🙂

    • Carolina

      Hahaha, freut mich, wenn es dich zum Lachen gebracht hat. Ziel erfüllt. Ich hatte echt kurz gezuckt, ob ich das jetzt so lassen soll – die Würstchenfrage quase 😀 Aber das war mein erster Gedanke – und die sind ja bekanntlich oft die Besten.

  11. Solche Tage oder Wochen wird es immer geben. Und da bringt es auch nicht etwas erzwingen zu sollen. Das ist halt eben das Tolle an einem Blog. Man ist sein eigener Chef. Aber dafür, dass du diesen Luftballontag gehabt hast, ist etwas verdammt Tolles entstanden.
    Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Wie wahr. Tausend mal besser als all die pseudo-intelligenten Zitate fürs neue Jahr, die jeder längst kennt, aber nach den ersten zwei Tagen wieder vergessen hat. C’est la vie.
    Die Fotos sind toll. Du hast die Winter-Stimmung eingefangen und ein Stück von ihr in deine Bilder gesperrt. Mag ich. Sogar sehr.
    Ach ja, und dein Uromi hatte absolut recht. Man sollte sich wirklich alles aufschreiben. Auch wenn man das Gefühl hat, dass man „bestimmt Morgen noch weiss“. Haha. Jap. Bestimmt. Nicht.

  12. Ich habe diesen Beitrag noch gar nicht gesehen! Schande über mein weiß geschecktes Rehhaupt.

    Kennst du diese Tage, an denen du dich gar nicht richtig da fühlst? Wie ein Traumwandler, der nicht aufwachen kann? Daran musste ich gerade denken, als ich deinen Post gelesen habe.
    Ich hasse diese Tage. Man fühlt sich selbst so unvollständig. Und durchsichtig,

    Glücklicherweise schreibe ich mir alles auf. Wahrscheinlich weil mein Kopf immer ein Luftballon ist. Ein Nachteil der Selbstständigkeit 😀

  13. Hallo du! Ich bin begeistert! Hab grad deinen Blog entdeckt und kann garnicht aufhören durch die Seiten zu blättern. Eine sehr schöne Art zu schreiben hast du! Dein ganzer Blog gibt eine sehr hübsche Atmosphäre wider 🙂
    Liebe Grüße!
    Anna

  14. Pingback: All about Cupcake | miniglück

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