Kommentare 20

Christmas, children, is not a date. It is a state of mind.

IMG_8630
Wie fast immer saß ich gestern im Schneidersitz und fein säuberlich rückenfeindlicher Position vor meinem Laptop am Bilder bearbeiten als mein Blick auf die Zeitanzeige unten rechts am Bildschirm fällt.
23:58 Uhr.
Wahnsinn, denke ich mir. Gerade vor diesen Großereignissen fällt einem besonders auf, dass man schon wieder 365 Tage weiter gelaufen ist. Wie kann es sein, dass etwas schon wieder so lange her ist, wenn es sich doch noch so anfühlt, als würde man an das letzte Wochenende zurückdenken. Aber jetzt bloß keine Melancholie über die Zeit, die ja bekanntlich immer schneller abläuft je mehr man sich damit beschäftigt. Jaja, die Zeit vergeht. Wissen wir.
Trotzdem kann ich mich nicht mehr richtig konzentrieren.

IMG_8620

Klack. 23:59 Uhr.
Wie kommt es, dass Weihnachten nie ganz seinen Zauber verliert, auch wenn man sich offiziell nicht mehr den Barbiestall oder das ferngesteuerte Auto wünschen kann. Auch, wenn man schon lange Zeit aufgehört hat, aufgeregt und voller Vorfreude einen liebevoll geschriebenen Wunschzettel an das Christkind am Morgen vor Weihnachten auf das Fensterbrett zu legen. Selbst wenn wir nicht mehr Zeit haben, Schneemänner und Iglus zu bauen (und verdammt, wo ist überhaupt der Schnee geblieben). Keine Zeit zum Geschenke kaufen haben. Genau genommen keine Zeit für Weihnachten haben.
Trotz allem ist Weihnachten immernoch etwas Besonderes.
Wenn man so etwas wie erwachsen wird, dann denkt man bei dem Wort Schnee meist eher daran, endlich die Winterreifen zu besorgen statt an eine Schneeballschlacht mit den Freunden. Man googelt Öffnungszeiten von Geschäften am 24. Dezember,  anstatt Weihnachtsgeschichten zu lesen. Und natürlich schwört man sich jedes Mal aufs Neue feierlich unter einem Tannenbaum, es das nächste Jahr ganz anders und vor allem besser zu machen.
Natürlich auch ich. Meinem Bruder habe ich gestern eingbläut, mich 2015 bloß an meine Deadline vom 31. November zu erinnern. Bis dahin will ich nämlich alles beisammen haben (Gute Vorsätze schon vor Silvester – kann das überhaupt klappen?) Selbst wenn ich ihn beschimpfen und Gewalt androhen sollte – er soll auf keinen Fall nachgeben. So meine Anweisung.
Nun gut, dieser Vorsatz ist nicht besonders realistisch. Eher baue ich heute wohl noch ein Iglu oder bekomme doch noch das elektrische Auto, das ich unvorstellbarer Weise nie bekommen habe (von wegen das Christkind kennt jeden deiner Wünsche).

IMG_5647

Mit einem Klacken springt die Uhr auf 00:00.
24. Dezember. Heilig Abend. (Natürlich hat die Uhr an meinem Laptop nicht wirklich ein Geräusch von sich gegeben. Das war mehr in meinem Kopf)
Trotz all dem Stress, den der Dezember wieder mit sich gebracht hat. Trotz der Tatsache, dass ich mich am 23. Dezember abends durch die Nürnberger Innenstadt gekämpft habe und kurzzeitig darüber nachgedacht habe mich mit dem gerade erst erstandenem Glitzerschleifenpapier an der nächsten Straßenlaterne zu erhängen. Trotz dem kilometerlangen Schlangen an den Kassen und Menschen, die dir dort dann 20 Minuten lange ihre 10 Kilogramm Handtschen in den Rücken drücken. Trotz allem liebe ich Weihnachten.

Denn an Weihnachten gibt es wunderbar selbstgemachte Plätzchen. Die einzige Zeit im Jahr, zu der ich mich freiwillig in die Küche stelle. An Weihnachten ist jeder ein klein wenig feierlich. Ich weiß nicht, ob es an Frank Sinatras Stimme liegt, an den aufgehübschten Städten oder daran, dass man sich für das Christkind doch irgendwie gut benehmen möchte. Nur zur Sicherheit. Sollte es sich doch zufällig blicken lassen.
Ganz egal was es auch sein mag, es fühlt sich gut an. Ja, Weihnachten muss man einfach fühlen, um es lieben zu können. Und ich möchte ja jetzt nicht so weit gehen und behaupten die Welt manchmal um einiges besser hätten wir öfter mal Weihnachten (den Stress würde ohnehin keiner aushalten), aber ich weiß jetzt schon, dass ich mich – kaum sind alle Geschenke ausgepackt, die letzte Glühweinflasche geleert und das letzte Butterplätzchen verputzt – schon wieder auf die nächste Runde freuen werde.

Christmas, children, is not a date. It is a state of mind.

IMG_7339IMG_8634IMG_8599IMG_8609IMG_8632IMG_8627IMG_8621IMG_8600IMG_5651IMG_5659IMG_8614_1IMG_5648_1

Unbenannt-2

 

 

 

Fotos

// Foxografie //

20 Kommentare

  1. Hi,
    du hast schon recht. Die Zeit vergeht wirklich schnell, im Laufe des Jahres ist es mir nicht bewusst, aber so kurz vor Weihnachten habe ich auch das Gefühl, dass es recht schnell vergangen ist. Ich konnte dieses Jahr den so vorweihnachtlich gestressten Menschenmassen ganz gut entkommen und habe trotzdem alles was ich brauche um ein paar Kinder und ein paar Erwachsene (hoffentlich) glücklich zu machen.
    Weihnachten ist wirklich immer etwas Besonderes, im Herbst wehrt man sich noch dagegen, dass der 24. Dezember näher rückt, aber irgendwann entkommt man dem Christmas-Feeling nicht mehr.
    Ich muss zugeben, ich habe keine Vorsätze für das nächste Jahr, eigentlich habe ich nie wirklich welche gehabt. Was ich mir vorgenommen habe, das habe ich meistens auch gemacht, egal wann im Jahr.
    Ich stimme dir zu, Weihnachten muss man fühlen, sonst ist Weihnachten nur irgendein Ereignis, ich mag es aber wie du es beschrieben hast. Man muss es fühlen um es zu lieben. Ich denke, das gilt auch für viele andere Dinge im Leben. 🙂
    Schön, dass du den legendären Frank Sinatra ausgesucht hast. Sehr schöne Fotos übrigens, die Kaffeetasse sieht cool aus. Ich mag die Fotos 2 und 10 am liebsten, auch wenn die anderen auch schön sind. 🙂
    Frohe Weihnachten und es sollen sich alle deine kleinen und großen Wünsche erfüllen. Falls nicht…man kann immer ein wenig nachhelfen 😉
    Hab eine schöne Weihnachtszeit.
    Liebe Grüße aus Wien
    Danny

    • Carolina

      Was für eine liebe Nachricht, danke liebe Danny!
      Vorsätze mache ich mir auch ehrlich gesagt nie welche. Ich wüsste nicht, warum man sich gerade am 31. mehr dazu durchringen sollte, als an allen anderen Tagen. Innere Überzeugung ist nicht datumsabhängig meine ich. 😀

  2. Komisch, von Have yourself a merry little christmas habe ich noch nie die Sinatra-Version gehört, nur mein Knabenchor-Gezwitscher. Inzwischen feiere ich wirklich mein eigenes kleines Fest (mit Frank und meinem Laptop natürlich), sind ja schon alle im Bett.
    Weihnachten ist jedes Mal ein bisschen anders. Man kennt viele Geschenke schon, man muss immer kreativer werden (ich glaube, meine selbstgemalten Bilder vor 10 Jahren haben mir weniger abverlangt als die Shoppingtouren jetzt), aber trotzdem ist es doch so fabelhaft! Alle sind so wunderbar glücklich, keine Gekeife, die ganze Familie sitzt fröhlich um den Tisch und spielt das Gesellschaftsspiel, das dieses Jahr wieder eingetrudelt ist. Ich hatte so einen tollen Tag – Weihnachten ist viel schöner als Geburtstag, da haben alle was von. Und es gibt Plätzchen. Und einen Last Minute-Tannenbaum. Und überhaupt, die funkelnden Weihnachtssterne und die ganzen gemütlichen Lichterketten, die nachts um eins übrigens ganz besonders schön zur Geltung kommen, verpassen dem ganzen sowieso eine so traumhafte Atmosphäre.
    Ich bin gerade furchtbar glücklich. Und eine bisschen müde.

    Alles Liebe, gute Nacht und noch zwei schöne Weihnachtsfeiertage,
    Mara

    • Carolina

      Mensch, dann wirds aber höchste Zeit- Frank Sinatras Version gehört zu Weihnachten wie der Zuckerguss aufs Butterplätzchen! 😀
      Mensch, allein vom Lesen kann ich mir vorstellen, wie schön es bei euch an Heilig Abend war. Könnte mich glatt dazu setzen. 🙂

      Aber mir geht es auch so, am 24. fallen mir meistens nach all der Arbeit auch schon um 9 Uhr die Augen zu.

  3. Ich bin ja eher der stille Mitleser, aber bei diesem tollen Post muss ich mich auch mal zu Wort melden. ‚Ganz egal was es auch sein mag, es fühlt sich gut an. Ja, Weihnachten muss man einfach fühlen, um es lieben zu können.‘ Besonders die beiden Sätze haben es mir angetan. Ich wünsch dir noch ein wunderschönes Weihnachtsfest!

  4. Jetzt lese ich diesen super tollen Text und erinnere mich mit einem Lächeln an die letzten Tage zurück. Auch wenn es dieses Jahr bei mir mit gemischten Gefühlen in die Weihnachtstage ging, so schien doch der ganze Stress und die vielen Gedanken die einen davor zu erdrücken drohten endlich ein Stück weit von einem abzufallen. Zumindest für ein paar Stunden. Und für diese bin ich sehr sehr dankbar. Ich liebe Weihnachten einfach und freue mich schon jetzt wieder sehr auf die nächste Runde wie du es nennst. 🙂

    Liebe Grüße, Hanna von https://hanna0irresolutely.wordpress.com/

    • Carolina

      Ja, genau das meine ich damit, dass Weihnchten dennoch für fast jeden niemals seinen Zauber verliert. Da können wir jammern wie wir wollen, all der Stress, die Geschenke – am Ende ist es doch wieder wundervoll zusammenzusitzen und auf Weihnachten anzustoßen!

  5. Kim

    Ich freue mich auch jedes Jahr auf Weihnachten. Seit ich nicht mehr zuhause bei Mama lebe vielleicht sogar noch mehr als früher. Denn bereits vor den Feiertagen fahre ich zu ihr nach Hamburg und verbringe dort unbeschwerte Tage: Mama kocht jeden Tag, lange Spaziergänge durch die Kälte, um sich später wieder mit einem Tee aufzuwärmen, kuscheln auf der Couch im Schlafanzug mit Schokolade und schönen Filmen.
    Es gibt für mich keine andere Zeit, in der ich mich mehrere Tage hintereinander einfach nur vollkommen wohl fühle. Alle Sorgen werden in der Zeit vergraben und kaum sind diese unbeschwerten Tage vorbei, ist man wieder in seinem Leben angekommen und muss sich den täglichen Herausforderungen und Aufgaben stellen.

    Ich weiß nicht was es ist, aber ja, Weihnachten versprüht einen Zauber!

    • Carolina

      Da hast du absolut Recht Kim. Wenn man erstmal von Zuhause ausgezogen ist, dann schätzt man die heimelige Stimmung umso mehr. Aber ich muss sagen, da wir eine große Familie sind, genieße ich den Trubel in vollen Zügen – aber bin dann auch froh, wenn ich wieder in mein kleines eigenes Reich zurück kann! 😀

Schreibe einen Kommentar zu Pia Antworten abbrechen