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Nur ein kleines bisschen Glück

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1000 Kreuze trägt er über den Tag,
365 Tage im Jahr,
12 Stunden zeichnen sein Gesicht,
es ist OK aber schön ist es nicht.
Jeden Morgen geht er durch diese Tür,
jeden Morgen bleibt die Frage wofür.
Jeder Tag gleitet ihn aus der Hand,
ungebremst gegen die Wand.

Ist nicht irgendwo da draußen
n bisschen Glück für mich?
Irgendwo im Tunnel endet das Licht verspricht’s
Sie will so viel doch eigentlich nicht
Nur ein kleines bisschen Glück!

Wann reißt der Himmel auf?
Sag mir wann, sag mir wann.

– Silbermond –

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Ich kann nicht lügen. Ich hasse Lügen. Also versuche ich gar nicht erst, so zu tun, als wäre alles perfekt.
Ein verträumtes Mädchen, dass in ihrem Kleidchen fröhlich in der Abendsonne tanzt. Es wäre so echt wie die Frage „Wie geht’s?“, die einem entfernte Bekannte manchmal im Vorbeigehen von einer Gehsteigseite zur anderen und über 3 Fahrräder und zwei qualmende Teenager hinweg entgegenwerfen.
„Alles fein“, sagst du. Und setzt ein strahlendes Oskarlächeln auf.

Selbst wenn gerade der Weltuntergang droht, du nicht mehr weißt, wo dir der Kopf steht, wenn die Welt komplett einmal aus den Fugen geraten ist, du vor 5 Minuten gekündigt wurdest oder eben noch den schlimmsten Streit mit der besten Freundin hattest. Alles fein, sagst du.  Aber immer, wenn so etwas passiert, liegt mir sowas auf der Zunge wie „Hast du kurz 3 Tage Zeit?“ oder „Welches gut meinst du? Das, nach dem du das letzte Mal vor einem Jahr gefragt hattest oder das von letzter Woche? Letzten Monat?  Bitte präzisiere dein Interesse.“
Na klar, das macht man natürlich nicht. Man will ja die Höflichkeit nicht mit blanker Ironie im Keim ersticken. Das wäre vielleicht auch ein wenig unfair. Naja, ihr versteht schon was ich meine, oder?

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Aber hier ist mein Reich, mein Rückzugsort, mein Himmel. Hier muss niemand Fragen, weil er denkt, dass gehört sich so. Und hier muss nicht heile Welt gespielt werden, wenn es gerade nicht so ist. Das habe ich nie getan und doch frage ich mich jedes Mal auf’s Neue: Ist das nun zu privat? Zeigst du zu viel von dir? Aber dann denke  ich mir, verdammt Fuchsmädchen, dein Blog hier ist eines der persönlichsten Dinge in deinem Leben – wie willst du das unpersönlich halten? Und vielleicht geht’s dem ein oder anderem ja auch ähnlich, findet Trost oder hat einen weisen Ratschlag.
Meine Welt ist gerade ein klein wenig aus den Fugen gerate. Das Herz stellt sich quer, mag gerade nicht so recht mit mir sprechen. Oder nur sehr undeutlich.  Gerade fühle ich mich wie eine Wolke: Von außen  ganz nett anzusehen, aber irgendwie auch ein wenig leer. Und so weit oben, so weit weg von allen anderen.

„Es kommen wieder bessere Zeiten“, höre ich euch schon sagen. „Das wird schon wieder!“, rede ich mir zu. Und das wird es auch.
Woher ich das weiß?
Weil die Welt sich nicht wegen ein wenig Herzschmerz zu drehen aufhört (unfassbar, oder?), weil nach dem Tief ein noch viel größeres Hoch kommt (das ist doch die Regel, oder?), weil wir fabelhafte Zeiten ohne miese gar nicht zu schätzen wüssten (ja, so dämlich sind wir) und weil das kluge Menschen zu mir sagen. Diejenigen, die dir niemals über 2 Bordsteinkanten ein „Wie geht’s“ entgegenwerfen würden. Weil sie es nicht müssen. Weil sie es von deinen Augen ablesen können.
Also gehe ich weiter – mit einer Kaffeetasse in der Hand. In der Abendsonne tanzend. An alle, die auch ein wenig Herzschmerz haben – wir schaffen das. Das wird wieder! (Mit einem kleinem bisschen Glück)

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Outfit
// Kleid mit Spitzenverzierung mint – H&M Divided // Hut – H&M // Uhr mit Gliederarmband – Michael Kors // Schramme am Bein – das verrückte Leben //

Fotos
// Foxes&Fairies //

40 Kommentare

  1. Ann

    Traurig, aber wunderschön. Ich weiß, dass man das nicht hören will, aber es gibt für alles eine Lösung. Ales ist zu ende irgendwann: positives und negatives. Ich hoffe es geht dir bald wieder besser, verliere nur dein wunderschönes Lachen nicht! Ich würde sagen, wir als deine Leser und Bewunderer unterstützen dich gerne und bleiben dir treu: auch wenn wir es nur durch Worte wie diese können.
    Liebste Grüße, Ann von http://goldengirl-blog.blogspot.de/ <3

    • Carolina

      Liebe liebe Ann, ja du hast vollkommen Recht. Und ja, es wird alles gut werden – schließlich ist das Leben doch auch eigentlich bei genauer Betrachtung viel zu schön, um zu viel traurig zu sein. Aber es hilft, es rauszulassen und nicht die ganze Zeit wie einen viel zu schweren Rucksack mit sich herum zu tragen.
      Und es gibt nicht „nur durch Worte“ – ich finde euch so wunderbar, auch wenn ich euch ja leider nicht persönlich kenne. Für mich ist es jedes Mal wieder unglaublich, wenn ich merke, welch tolle Menschen hierherkommen, um meinen Blog zu lesen!

  2. Mein liebstes Fuchsmädchen. Fühl dich mal aus ganzem Herzen gedrückt. Leider kann ich das ja nicht wirklich – mit zwei Laptops und einem Kilometerlangen Netzwerkkabel dazwischen, aber ich weiß, dass Worte in manchen Situationen nichts bringen, so gerne man sie auch hört und braucht. Aber vielleicht bringt’s dir ja was, wenn dich das Rehlein von der einen Seite und die Eule von der anderen Seite, die mit ihrem Füchschen zusammen auf dem Ast sitzen und den Vollmond anheulen, dich mal drücken 😉

    Bisher war jeder noch so tiefe Fall in meinem Leben auch für irgendetwas gut. Leider wissen wir das immer erst viel später. Aber der Weg lohnt sich, immer.

    • Carolina

      Liebes, ja das Rehlein und die Eule bringen enorm viel. Ich danke dir von Herzen für so liebe Worte – und schick dir über die paar Kilometer Netzwerkkabel eine fette Umarmung zurück.
      Ich bin jetzt schon gespannt, wofür dieses Tief mal so gut sein wird. Es muss etwas Großes sein. 😀

    • Carolina

      Vielen Dank!
      Witzigerweise war ich auch wirklich letztes Wochenende auf einem – zum allerersten Mal überhaupt! 🙂

      Ich mache gerne mit – hoffe allerdings, dass ich es nicht vergesse! 😀

  3. Ein sooo wundervoller Post.. aber das schreib ich glaub ich schon fast unter jedem deiner Posts.. sprichst momentan auch einfach meine Gedanken aus.. Einseits bin ich ganz zufrieden mit dem Leben was ich für und doch sitzt da so ein kleines, schwarzes Monsterlein in meinem Kopf, lacht mich aus, redet mir dunkle Gedanken ein und verpestet mir den schönsten Tag.. Ich komm einfach zu nichts (was, ich merke, nicht nur am schlechten Internetempfang hier in der Berufschule liegt) und kann mich seit Wochen nicht aufrichten iwas produktives zu machen.. aber vllt.. vllt werde ich jetzt einfach genau über dieses kleine Monster schreiben.. und vllt bringt das ja was.. Ich wünsch mir auf jeden Fall für dich, dass es dir auch bald wieder besser geht und geniess den schönen Abend noch! 🙂

    • Carolina

      Schreib auf jeden Fall darüber Nadja! Das hilft so sehr – es ist nochmal ganz etwas anderes, wenn man das, man man immer so mit sich selber ausmacht und eigentlich kein „Gesicht“ hat zu Papier bringt. Plötzlich hat es dann nämlich ein Gesicht. Man sieht es und man setzt sich damit auseinander! „Will ich das so?“ „Will ich, das mein Leben so klingt? Sich so liest?“
      Ich drück dich mal feste aus der Ferne! <3

      • Dankeschön.. Ich drück ganz lieb zurück! 🙂 <3
        Der Post darüber hat wirklich ein bisschen geholfen.. und es klingt gar nicht so schlecht.. Das kleine Monster hat den Namen "Hagel" erhalten und iwie passt das super.. 😀
        Ich hoffe dir gehts auch schon wieder etwas besser?! 🙂

        • Carolina

          Hahahaha – na was wäre das für eine Welt ohne Humor?! Solange wir uns den erhalten, gibt’s noch Hoffnung für alle!
          Naja, das bei mir, das ist so eine Gesamt-Lebens-Findungs-Phase. Das wird ein längerer Prozess – aber ich bin gesund, habe die besten Freunde der Welt und eine Familie, die auf mich aufpasst. Also eigentlich geht’s mir doch ziemlich gut! 😉

  4. Ich wünsch mir für dich ganz doll, dass dein Himmel bald so schön aufreißt, dass du fast geblendet wirst.! (: Diese Zeiten sind immer so wackelig, wenn man nicht weiß, wohin, was man machen soll, wie man es in Worte fassen und wer sie hören sollte. Aber wenn man zurückschaut, dann sieht man immer, wie viel man schon erlebt hat und wie das Karussell sich immer wieder weiter dreht und das Leben wieder heller funkelt…

    Ich glaube, ich bin gerade in eine seltsame Melancholie-Poesie-Phase geraten, manchmal schreibe ich anscheinend Dinge, von denen ich nicht weiß, wie sie in meinen Kopf kommen. Was für eine Metapher-Ansammlung!

    Ganz liebe Grüße und schlaf schön,
    Mara ♥

    • Carolina

      Danke, liebe Jasmin!
      Das ist genau vor dem Haus meiner Eltern, da gehe ich oft abends raus, wenn ich einen Kaffee trinke und genieße die letzten Sonnenstrahlen!

  5. Wow Du hast mich richtig berührt. Im Grunde möchte ich Dir sagen wie zauberhaft Du mal wieder aussiehst, denn das tust Du. Aber eigentlich möchte ich sagen Du sprichst mir aus der Seele und ich würde mich als Wolke gerne neben Dich gesellen. Vielen Dank für die wundervoll berührenden Worte!

    Liebste Grüße
    Anja

  6. Das Gefühl kenne ich gut und habe eine solche Phase gerade hinter mir.
    Aber denk daran das du es bist, die alles an deinen Leben verändern kannst.
    Du hast die Kraft wieder neu zu beginnen, wieder aufzustehen und wieder zu lächeln.
    Nichts bleibt für immer – auch wenn es so typisch klingt – du wirst es schaffen wie jeder von uns.
    Ich glaube daran und wünsche dir alles Gute 🙂 Denn jeder hat sein bisschen Glück verdient. 🙂

    Du schreibst unglaublich emotional und ich bewundere deinen Schreibstil.
    Ich wünschte ich könnte mich so ausdrücken 😀 Aber mein deutsch ist kein deutsch XD

    liebst, minhee <3

    • Carolina

      Und wie bist du da heile durchgekommen? Ablenkung? Das alte geklärt? Etwas Neues gefunden? Mehrere Wochen der Einigelung? 🙂

      Vielen vielen Dank für das liebe Kompliment – aber ich denke, das kann wirklich jeder, man muss sich nur trauen und keine Angst haben, es könnte komisch klingen. Ich schreibe meistens frei von der Leber weg – also so, wie es mir in der Sekunde durch den Kopf geht, schreib ich drauf los! 🙂

  7. Herzschmerz ist eine so gemeine Sache und auch wenn man weiß das wieder gute Zeiten kommen hilft einem das in dem Moment leider auch nicht weiter.
    Man darf wohl die Hoffnung nicht aufgeben und muss an das Gute glauben, in der Hinsicht ist meine Mama mein größtes Vorbild.
    Die Sonne wird für uns alle wieder scheinen, nicht nur im Himmel, auch im Herzchen!
    Und diese Frage „Wie geht es dir?“ ist in manchen Momenten so unangebracht, es will doch dein keiner hören „Mir geht´s total mies, ich weiß nicht weiter.“, jedenfalls keiner der es im vorbei gehen auf der Straße standardmäßig fragt…

    http://www.kamerakind.blogspot.de

    • Carolina

      Das hast du schön geschrieben, Hanna. Jaja, so ist das immer mit den Phrasen – auch wenn sie einfach die Wahrheit sind, so helfen sie einem einfach auch nicht weiter in dem Moment. Aber meist such man in dem Moment ja genau nach einer Lösung oder einem Ausweg!
      Aber du hast Recht, es geht weiter und zwar noch viel besser als zuvor. Krönchen richten, wieder aufstehen, weiterlaufen! :-*

  8. Saskia

    Ich dachte ja beim ersten Mal Hinsehen, dass sich auf dem vorvorletzten Bild ein Fuchsmädchen im hohen Gras (dabei muss ich immer an Pokèmon denken, auch wenn ich das selbst nie gespielt habe) versteckt.
    Das klingt richtig doll absurd, wenn man es sich mal ein ganz kleines bisschen genauer anschaut. Jetzt muss ich die ganze Zeit denken, wie du in der Erde feststeckst & nur noch der Hut rausblinzt.

    Das ist die Wahrheit & nichts als ein ganz persönlicher Quatschkopf, der das zustande gebracht hat. Ich hoffe, dass diese Worte (die versuchen keine Phrasen zu sein) ein Fünkchen Freude in dein Herz bringen.
    (:

  9. Olivia

    Oha. Das war mal ein post. So wahr! Ih finde mch zu 90% darin wiedet. Bei mir ist es dasselbe ich hab keine Ahnung was ich machen will soll und denke auch immer dass ihc in der Fotografie keine Chance habe…. aber was ich nicht will das weiß ich auch genau. Nämlich auf keinen fall Lehrerin werden. Aber dieser post macht wirklich mut weil man merkt man ist nicht der einzige.
    Und du reitest? Wusste ich gar nicht hihi. Hast du eine rb? Ider sogar ein eigenes Pferd?

    • Carolina

      Genau deswegen wollte ich ihn verfassen. Wir Wanderer halten uns an den Händen und dann laufen wir gemeinsam den steinigen Weg Richtung Ziel.
      Ich hatte ein eigenes, aber sie ist leider gestorben. Seitdem habe ich momentan wieder eine Reitbeteiligung. Aber ein eigenes Pferd steht definitiv wieder auf der Lebens-to-Do-Liste!

    • Carolina

      Ja, das war sehr sehr schlimm. Es hat auch fast ein Jahr gedauert, bis ich wieder reiten konnte.
      Aber ich reite, seit ich fünf bin, kann besser reiten als laufen – irgendwie kitzelt es einen wieder..

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