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I can’t change

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And I can’t change
Even if I tried
Even if I wanted to
And I can’t change
Even if I tried
Even if I wanted to

Same Love – Macklemore

Ich weiß nicht mehr ganz genau, wann der Tag gekommen war, an dem ich irgendwie akzeptierte habe, dass ich eben so bin wie ich bin.
Ich meine, es war ein Dienstag gewesen, es könnte aber auch genau so gut einer dieser Donnerstage gewesen sein, an denen man schon seinen Wecker abends voller Vorfreude auf das anstehende Wochenende stellt. Obwohl ich der Meinung bin, hat man erstmal etwas gefunden, bei dem man so richtig glücklich ist und bei dem man jegliches Zeitgefühl verliert, dann zählen die Wochentage sowieso nicht mehr besonders viel. Dann fragt man eher – „Welcher Tag ist heute nochmal?“ Ihr wisst schon, so wie an den Tagen in den großen Sommerferien.
Nun gut, ich schweife schon wieder ab, denn eigentlich war ich ja bei besagtem Dienstag (oder Donnerstag) stehen geblieben.
Wie bereits gesagt,  es kam also dieser Tag, an dem ich mir eingestand, dass man sich in Bezug auf viele Dinge nicht mehr ändern wird. Das kann nun natürlich gut oder schlecht sein. In meinem konkreten Fall habe ich mich damit angefreundet, dass beispielsweise in diesem Leben keine Köchin mehr aus mir wird. Jemand, der von sich behauptet, er würde Salat kochen, Essgewohnheiten wie eine hochschwangere Frau hat und für den Toast mit Butter und Käse eine vollwertige Mahlzeit ist, der wird es wohl eher unwahrscheinlicherweise noch zum Sternekoch bringen. Jemand, der schon als Kind eine imaginäre Schwester und ein gepunktetes Pferd (so wie Pippi Langstrumpf) hatte, ausschließlich in Bildern denkt und von tiesften Herzen an Einhörner glaubt – der wird wohl niemals der größte Realist werden. Wer noch mit weit über 20 weiße Tüllröcke trägt und bei flauschigen Kuscheltieren eine hohe Piepsestimme bekommt – der wird wohl niemals eine schlagfertige Geschäftsfrau werden. Zumindest in diesem Leben.

Aber genau das ist der Punkt. Ist man über 20, kann man es sich oft nicht mehr leisten, mit seinem imaginärem Pferd zu spielen, jedem zu erzählen, dass Einhörner wirklich existieren und sich dabei fröhlich lachend in seinem rosa Tütü im Kreis drehen. Dann wird man nicht ernst genommen von den großen Leuten. Weil man das eben so nicht macht.

Was also machen, wenn doch dieser Dienstag gekommen ist, an dem man sich eben partout gesagt hat, dass man sich nicht für all die anderen Leute verbiegen kann? Hier mein kleiner Ratschlag (natürlich nur unter uns gesagt):
Mit den imaginären Freunden spricht man nur ganz leise (oder schaut vorher gut in alle Richtungen, ob es ungewollte Lauscher gibt), man erklärt allen Kritikern, dass „Salat kochen“ natürlich nur auf die angebratenen Aubergienen mit knusprigen Croutons bezogen war. Und man erzählt lediglich einem hoch elitärem Kreis von den Einhörnern, Feen und Kobolden unter uns. Ach ja, und die Tüllröcke. Die Tüllröcke lässt man einfach an.
Oder eben ganz unverblümt gesagt. Man ist wie man ist. Die einen Menschen sehen dich vielleicht stärker, hübscher, schwächer, klüger, dümmer oder was auch immer als du wirklich bist. Nur eine einzige Person weiß die Wahrheit. Und das bist du. Vertrau auf dein eigenes Urteil.

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           Outfit
// Oversized Strickpullover // graue Shorts // both H&M //
// geliebter Gänseblümchenrucksack – C&A //
// Schleifchenballerinas – no name // alte vintage Ray Ban via ebay //

33 Kommentare

  1. Wieder einmal ein wundervoller Post – ich will niemals zwanzig werden. Aber die komischen Blicke wegen den Einhörnern… Das kommt mir irgendwie echt bekannt vor. Pech für die anderen, wenn sie es nicht wissen.

    So einen Dienstag (oder Donnerstag) hatte ich auch schon – aber keine Ahnung, wann das war. Wie auch immer – ein wundervoller Post!

    Liebe Grüße und schönen Abend noch,
    Casey

  2. Du hast wieder einmal eine so wunderschöne Art dich auszudrücken.
    Genau deswegen ‚liebe‘ ich dich : und genau deswegen sollst du bleiben wie du bist!

    Aber btw – ich kenne auch Menschen, die sich in ihrer Freizeit in einer kunterbunten Fabelwelt begnügen und mit den Einhörnern um die Wette rennen und sich im Berufsalltag ganz förmlich verkleiden und den ernsteren Typ schauspielen. Aber pssst. Nicht weitersagen, die Rolle ist nicht Oscarprämiert.

  3. Eeeeeeey, ich bin 28, trage Tüllröcke und würd behaupten das ich sau die harte Sau bin 😀
    Abgesehen davon tanz ich ständig im Kreis … na und?! Das macht voll Spaß! Und das gehört ja wohl auch dazu zum Leben! Daher bin ich natürlich voll und ganz deiner Meinung! Und ich denk wenn man da nen guten Mittelweg findet und das mit etwas Charme macht, dann wird man trotzdem durchaus von andren ernst genommen. Vllt sogar noch ein Stückchen mehr als man denkt. Denn insgeheim würden die harten Geschäftsfrauen doch auch gerne ein Tüll- statt nem Bleistiftrock tragen.
    Super süße Bilder mal wieder du Hübsche! Und der Rucksack ist soooo toll!

    • Carolina

      Also ich muss ja sagen, ich hatte bisher echt kein einziges mieses Teil dabei. Habe aber auch das Meiste von Chicwish und die sind eh nicht mehr wirklich günstig.
      Ahhh – und ich sehe gerade, du bist auch so ein Rucksackkind! 😀 Komm lass uns an den Händen halten und mit unseren Tüllröcken im Kreis drehen. Und dann reißen wir die Weltherrschaft an uns und machen aus der Welt eine Saucoolsauharteglitzerbitzereinhornwelt. 😀

  4. Franzi

    Warum sollte man sich auch ändern? Zumindest mit Plan? Das geht doch meistens eh schief. Tut man das, weil man anderen es recht machen will, drehen dies so um, das man schwach sei und nicht selbst zu sich steht. In einer Beziehung würde es irgendwann darauf hinauslaufen, dass der Partner feststellt, dass man ja jetzt dann gar nicht mehr so ist, wie man einst war. Und schließlich hätte dieser sich ja in die damalige Version verliebt.

    Also Ändern nach Plan ist eh Mist. (Abgesehen bei Kleidungsstücken.) Ich finde deine Ansicht richtig. Schließlich sollte man sich eh nur die Leute um sich scharen, welche einen akzeptieren so wie man ist, und auch akzeptieren, dass man sich nicht ändern kann/wird. Alle anderen sind eh nur Randfiguren, welchen man ja nicht gerecht werden muss.

    Ich finde deine Bilder mal wieder einmal zauberhaft!

    Liebe Grüße
    Franzi ♥

  5. Bella

    Du hast so Recht mit dem was du geschrieben hast. Ich denke wir sollten uns genau das alle viel öfter vor Augen führen. Jeder ist anders und gut so wie er ist 🙂

  6. Julia

    hach, was für ein toller post! unglaublich schön geschrieben und mit den bildern natürlich toll untermalt. ich zähle mich auch zu diesen peter pan-wesen, nur klappt das mit dem ’sich damit abfinden, wer/wie man ist‘ noch nicht ganz so gut. das lied liebe ich auch total – manchmal zum sich selbst feiern, manchmal zum richtig emotional werden. xo j. von Stereo|typically Me

  7. Ein wunderbarer Post mit wunderschönen Bildern und das Thema.. ich kenn das nur zu gut.. :/ 😀 Ich hab gelernt mit mir zu leben, bin zufrieden mit mir.. niemand ist perfekt, doch wenn man sich selbst mag, dann ist das im Grunde schon das Wichtigste!
    Natürlich gibt es zwischendurch immer noch diese Tage, wo man sich fragt, ob man irgendwie anders tickt, irgendetwas falsch macht und sich vllt anders verhalten muss, damit das Leben endlich mal so läuft, wie man will, aber wenn die meisten Tage gut sind – dann ist auch das Leben gut und auch wie man es lebt! 🙂

    • Carolina

      Nein, niemand ist perfekt. Und das ist auch vollkommen ok so. Weil wir es ja alle nicht sind! 🙂
      Und du hast sehr recht mit dem sich-selbst-mögen. Es mag zwar schon oft gesagt worden sein, aber es ist so. Da kann man drehen und rütteln wie man möchte – wer sich selbst nicht leiden mag, geht einen anstrengenden Weg im Leben. Und einen unzufriedenen.

  8. Salat kochen ist ja süß! 😀 Aber Toast mit Butter und Käse ist absolut eine vollwertige Mahlzeit, man muss ja nicht dauernd im siebten Himmel der Geschmacksknospen schweben. Ich weiß gar nicht, wo man die Zeit dafür hernehmen soll…
    Ich glaube, dafür muss man nicht mal zwanzig sein, Teenager sind ja auch bösartige kleine Freunde der Lästerei (die sich dabei aber natürlich unglaublich reif fühlen) und ich überlege wirklich manchmal, wie es so wäre, sich ein bisschen mehr anzupassen… Aber ich weiß ziemlich genau, dass ich keinesfalls ein typischer Teenager sein will, die, die immer mit hochgezogener Augenbraue angestarrt werden und als „Diese Jugend!“ bezeichnet werden. Sieht auch irgendwie langweilig aus, genau so zu sein, wie alles es erwarten.
    Ohh, und ich kann verstehen, wieso du „geliebter Gänseblümchenrucksack“ geschrieben hast, der sieht ja traumhaft aus!

    Allerliebste Grüße, Mara

  9. Was für ein wunderbarer Post. Toller Text (Salt kochen :D)! So tiefsinnig und doch so wunderschön leicht geschrieben! … und die passenden Bilder dazu! Wirklich klasse!
    Big Hug

    Hella

    P.s.: Heute ist die letzte Chance an meinem Schoki Gewinnspiel teilzunehmen! klick einfach hier und du kommst direkt zum Post 🙂 Ich würde mich freuen!

  10. Ein wundervoll geschriebener, wenn auch etwas melancholischer Text! Das Beste ist es echt, auf das eigene Urteil und nicht das der anderen zu vertrauen. Und tolle Bilder, ich mag deine Sonnenbrille.
    Hab ein schönes Wochenende 🙂

    xx Sarah

  11. Wundervoll geschriebener Post und super schöne Fotos.
    Ich bin der Meinung, man sollte die Menschen akzeptieren wie sie sind, ob sie nun an Einhörner glauben, oder im nächsten Leben ein Glücksbärchi sein wollen 🙂 Piepegal.
    &auch mit über 20Jahren darf man noch Tüllröcke tragen, oder gibt es irgendwo ein Gesetz, welches das verbietet? Nöö, ich denke nicht 🙂
    Also trag, was du möchtest &glaub an was du willst. Wer das und dich nicht so akzeptiert.. den kannst du links liegen lassen-

    Aller liebste Grüße,
    Josie von josieslittlewonderland

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